Der Trend zum selbstständigen qualifizierten Dienstleister hält in Deutschland an. Die Zahl der Freiberufler wie Ärzte, Anwälte, Berater, Sachverständige oder freie Kulturschaffende erhöhte sich im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent oder 49.000. Sie erreichte damit einen neuen Höchststand von 1,19 Millionen, wie der Bundesverband der freien Berufe (BFB) am Freitag in Berlin mitteilte.

Am stärksten war der Zuwachs mit einem Plus von 5,8 Prozent in den freien Heilberufen. Ärzte, Therapeuten oder Apotheker stellen auch die größte Gruppe unter den Freiberuflern. Nach Angaben des BFB erhöhte sich die Zahl Selbstständigen in rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufen um 4,5 Prozent und die der auf eigene Rechnung tätigen Naturwissenschaftler und Ingenieure um 4,4 Prozent. Etwas weniger, um 2,1 Prozent, stieg die Zahl der freiberuflichen Kulturschaffenden.

Zunahme wegen Finanzkrise

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Der Zuwachs an Freiberuflern folgte dem langfristigen Trend. Nach Daten des Nürnberger Instituts für freie Berufe, auf die sich auch der BFB stützt, erhöht sich die Zahl der Freiberufler seit der neunziger Jahren stetig. Ende 1993 zählte das Institut noch 550.000 deutsche Freiberufler. Ende 2001, waren es bereits 760.000. BFB-Präsident Rolf Koschorrek machte die für Zunahme des vergangenen Jahres unter anderem die Finanzkrise verantwortlich.

„Offenbar haben auch die krisenhaften Erscheinungen auf den Finanzmärkten und in der Wirtschaft die Nachfrage nach Vertrauensdienstleistungen stimuliert“, erklärte er. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Angestellten, die in Praxen, Kanzleien oder Büros von Freiberuflern arbeiten, stieg im vergangenem Jahr um 3,0 Prozent auf 2,78 Millionen. Die Inhaber und weitere Beschäftigte eingerechnet waren damit in Deutschland insgesamt 4,34 Millionen Menschen im freiberuflichen Bereich tätig. (dapd)