Das Angebot, vorgetragen von einer sonoren Männerstimme, klingt gut. Wer wöchentlich fünf bis zehn Stunden erübrige, etwa an der Bushaltestelle, während der Bahnfahrt zur Arbeit, abends vor dem Fernseher oder in der Mittagspause, könne monatlich 1 000 Euro und mehr hinzu verdienen. Und zwar risikolos, seriös und dauerhaft, ganz nebenbei, ohne Vorkenntnisse, Verpflichtungen oder Leistungsdruck. Gezahlt werde pro Arbeitseinheit. Da seien beispielsweise Waren für bekannte Online-Shops wie Amazon oder Zalando zu kategorisieren: Hemd, blau, klick und fertig. Bis zu 28 Euro Stundenlohn ließen sich mit solchen und ähnlichen Tätigkeiten verdienen.

Unter den Auftraggebern, die die Internet-Seite „Seriöse Online Jobs“ des Weiteren aufführt, finden sich prominente Namen. Der Getränkehersteller Gerolsteiner, der Energiekonzern EnBW und das Immobilienportal Immonet, der Bezahldienst PayPal, die Mietwagenfirma Sixt und Süßwarenproduzent Haribo – sie alle suchen Mitarbeiter, die nebenher am PC, Tablet oder Smartphone einfache Aufgaben erledigen. Dabei beruht das Fehlen jedweder Verpflichtung auf Gegenseitigkeit: Die Unternehmen zahlen weder Beiträge an die Sozialversicherung noch Zuschläge für Nacht- oder Feiertagsarbeit. Vereinbart ist nur eines: der Preis, den das Unternehmen den Online-Jobbern pro erledigter Arbeitseinheit zahlt.

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