Die Arbeitgeber sollten nun eine Weiterbildungsoffensive starten. 
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BerlinDie erste Pressekonferenz der Bundesagentur für Arbeit im neuen Jahrzehnt hat deutlich gemacht, dass die Zeit immer neuer Rekordzahlen aus Nürnberg vorbei ist. Dennoch besteht kein Grund für die Annahme, dass 2020 der große Absturz erfolgt. Stellenabbau oder betriebsbedingte Kündigungen auf breiter Front sind nicht zu befürchten.

Jetzt jedenfalls noch nicht. Schließlich sind nicht alle Zweige der deutschen Wirtschaft von der konjunkturellen Abkühlung erfasst. In Zeiten des Fachkräftemangels werden die meisten Unternehmen alles unternehmen, was in ihrer Macht steht, um ihre Beschäftigten zu halten. Mit Kurzarbeit Zeiten konjunkturell bedingter Auftragsrückgänge zu überbrücken, das scheint eine sinnvolle Strategie zu sein.

Arbeitgeber müssen an Innovationskraft arbeiten 

Die Unternehmen müssen unter Umständen schnell reagieren können. Deshalb ist es wichtig, rasch ein Kurzarbeits-Erleichterungs-Gesetz auf den Weg zu bringen. Doch es gibt auch strukturelle Herausforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, denen mit dem Bekämpfen von Symptomen allein nicht beizukommen ist.

Hier die Umwälzungen durch die Digitalisierung, die immer mehr Branchen erfasst, dort der eingeleitete Abschied vom Verbrennungsmotor – Antworten darauf dürfen sich nicht im Hinweis erschöpfen, dass uns auch in Zukunft die Arbeit nicht ausgehen wird.

Die deutschen Arbeitgeber müssen an ihrer Innovationskraft arbeiten, auch an ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Und sie sollten rasch klären, welche Beschäftigten mit welchen Qualifikationen sie in Zukunft benötigen. Jetzt eine Weiterbildungsoffensive zu starten, wäre in ihrem Interesse.