Aktivisten haben skandalöse Arbeitsbedingungen bei einem weiteren großen Zulieferer von Apple in China angeprangert. Nach einer Untersuchung wirft die Organisation China Labor Watch (CLW) dem taiwanesischen Auftragsfertiger Pegatron in drei Fabriken schwere Verstöße gegen das Arbeitsrecht vor. In dem Bericht ist von ausufernden Überstunden, Vertragsverletzungen, Billiglöhnen, Arbeit von Minderjährigen, Misshandlung durch Manager sowie Umweltverschmutzung in China die Rede. Die Zustände am Arbeitsplatz und in Unterkünften seien schlecht. Es gebe Sorge über Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter.

„Wir nehmen die Vorwürfe ernst“

Nach einer ähnlichen Kontroverse um seinen Hauptzulieferer Foxconn hatte der iPhone- und iPad-Produzent mit Sitz in Kalifornien zunehmend Aufträge an Pegatron vergeben. In einer Reaktion versicherte Pegatron-Chef Jason Cheng, den Vorwürfen nachgehen und eventuelle Verstöße gegen chinesisches Arbeitsrecht oder eigene Standards beheben zu wollen. „Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst.“ Auch Apple teilte mit, der Konzern fühle sich „sicheren und gerechten Arbeitsbedingungen in unserer Lieferkette“ verpflichtet. Die Vorhaltungen in dem Bericht würden sofort eingehend untersucht. „Wir werden keine Abweichungen von unserem Verhaltenskodex zulassen.“

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China Labor Watch hatte von März bis Juli verdeckte Ermittler in die drei Fabriken geschickt und rund 200 Interviews mit Arbeitern außerhalb gemacht. „Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass Arbeitsbedingungen in Pegatron-Fabriken noch schlimmer sind als in Foxconn-Fertigungsstätten“, so CLW-Direktor Li Qiang. „Apple erfüllt seine eigenen Standards nicht.“ Die Zulieferer missbrauchten ihre Arbeiter, um an Aufträge von Apple heranzukommen. „Auf diese Weise verschlimmert Apple die Bedingungen von Arbeitern, anstatt sie zu verbessern.“ Die durchschnittliche Arbeitsstundenzahl pro Woche in den drei Fabriken liegt laut CLW bei 66 bis 69 Stunden. In Shanghai seien Arbeiter unter Druck gesetzt worden, Formblätter zu unterschreiben, um die wahre Zahl zu vertuschen. Apple teilte mit, dass eigene Untersuchungen bei Pegatron zuletzt im Juni 46 Wochenarbeitsstunden festgestellt hätten. (dpa)