„Gehst tanzen, legst dich nieder – weil du weißt, man kriegt kein Weißes ohne Geld“, heißt es bei der österreichischen Band Wanda. Und: „Hast du ein Bussi, Baby?“ Bussis dürften dieser Tage vielen Eltern im Homeoffice en masse zufliegen. Zwischen wütenden „Die Nane brochen“-Kleinkindern und Homeschooling-Dysfunktionalitäten ist immer Platz für einen Entschuldigungskuss. Man kann ja zu Recht fordern, dass, während Menschen sterben, Arbeitgeber grundsätzlich davon abrücken müssten, ihre Mitarbeiter ins Büro zu beordern. Gerade da, wo das nicht notwendig ist, scheint Präsenz eine absurde Kultur.

Dann haben wir aber noch nicht über all jene Arbeitenden gesprochen, die sich gar nicht aussuchen können, ob sie im Büro oder von zu Hause aus arbeiten. Und zu welchen Konditionen, wenn sie denn im Homeoffice sind – mit Au-pair oder ohne zum Beispiel. In der Diskussion fallen zudem regelmäßig jene durchs Raster, die sich nicht qua intensiver Ausbildungsjahre (Studium, Erasmus, Zusatzqualifikation) in Mitbestimmungsrechte und gute Arbeitsbedingungen eingekauft haben. Schauen Sie nicht so betroffen! Davon lösen sich die – auch vor der Pandemie schon – schlechten Arbeitsbedingungen in vielen Produktionstätten und Dienstleistungsberufen, ganz zu schweigen von der Pflege und den Lehrberufen, nicht in Luft auf.

Über die Tendenz zur Retraditionalisierung – Frauen kümmern sich in der Pandemie (noch) mehr als Männer um Kinder und Haushalt – sollten wir auch nicht weinen. Wir könnten etwas dagegen tun. Arbeiterbewegung 2.0, ick hör dir trapsen. Solange hören wir nach den Österreichern zum Durchhalten in der Pandemie ein wenig Erobique und wünschen uns: Urlaub in Italien.