Berlin - Berlin bleibt wirtschaftlich weiter auf der Überholspur. Während im vergangenen Jahr die Arbeitslosigkeit in Deutschland insgesamt leicht gestiegen ist, sank sie in Berlin deutlich. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach stieg die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2013 bundesweit um 0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. In Berlin nahm sie dagegen kräftig um 0,6 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent ab. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren für die Hauptstadt.

In absoluten Zahlen bedeutet das: Im Jahresmittel waren in der Hauptstadt 210.100 Arbeitslose registriert. Das sind etwa 5300 weniger als beim Jahresabschluss 2012. In Brandenburg waren 2013 durchschnittlich 132.300 Menschen ohne festen Job – ein Rückgang um fast 4000 Personen. Damit wurde 2013 in Berlin der bislang niedrigste Durchschnittswert seit 1994 erreicht, in Brandenburg der niedrigste seit 1991.

Viele Jobs bei Dienstleistern

Der Grund dafür liegt in der anhaltend guten Verfassung der Berliner Wirtschaft, die sich seit geraumer Zeit besser entwickelt als in anderen Bundesländern. Dadurch werden in Berlin mehr Arbeitsplätze geschaffen, von denen sowohl Berliner wie auch Anwohner aus dem Umland – die Pendler – als auch Zuziehende profitieren. Der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Dieter Wagon, sagte, dass sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin und Brandenburg mit Stand Oktober 2013 um mehr als 32.000 Personen – oder 1,6 Prozent – gegenüber dem Vorjahr erhöht habe: „Dieser Beschäftigungszuwachs hat in der Region auch die Chancen für arbeitslose Menschen verbessert, wieder erwerbstätig zu sein.“ Den größten Zuwachs im Jahresvergleich verbuchten nach Angaben der Regionaldirektion die Unternehmen für wirtschaftliche Dienstleistungen mit mehr als 11.000 zusätzlichen Beschäftigten, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (plus 7500) und dem Handel (plus 3000).

Besonders erfreulich ist nach Ansicht der Arbeitsagenturen und des Senats, dass die Jugendarbeitslosigkeit sank. In Berlin waren im Vergleich zu 2012 nahezu 2200 junge Menschen unter 25 Jahren weniger arbeitslos, das ist ein Minus von zehn Prozent.

Bundesweit ging im Jahresvergleich die Zahl der Erwerbslosen um 53.000 auf 2,95 Millionen nach oben. Gleichzeitig nahm die Beschäftigung weiter zu. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes kletterte die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt um 233.000 auf 41,84 Millionen. Damit erreicht die Erwerbstätigkeit in Deutschland ihren höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Der Hintergrund für diese scheinbar gegensätzliche Entwicklung: Arbeitslose partizipierten nur teilweise vom Beschäftigungsplus, betonte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg. „Grund hierfür ist, dass die Profile der Arbeitslosen oftmals nur unzureichend zur Arbeitskräftenachfrage passen“, sagte Vorstandsvorsitzender Frank-Jürgen Weise. Der Beschäftigungsaufbau geht zu rund zwei Fünfteln auf eine gestiegene Erwerbsneigung von Frauen sowie zu einem Drittel auf Zuwanderung zurück.