Berlin - In Berlin ist die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekord geklettert. Zum ersten Mal seit dem Einheitsjahr 1990 stieg sie knapp über die Marke von 1,8 Millionen. Das waren fast 31.000 Personen mehr als 2013. Der Zuwachs fiel laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg etwas höher aus als im Jahr zuvor mit plus 28 600 Personen.

Berlin erreicht damit unter allen Bundesländern die größte Steigerung. Mit plus 1,7 Prozent liegt die Hauptstadt deutlich vor Baden-Württemberg (1,2 Prozent) und Bayern 1,1 Prozent. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Berlin immer noch von einem vergleichsweise niedrigen Niveau aufholt. Zudem ist der Arbeitsmarkt im Süden Deutschlands wegen der dortigen hohen Wirtschaftskraft regional praktisch leer gefegt. Unter den ostdeutschen Ländern weist Brandenburg mit plus 0,6 Prozent noch den besten Wert auf.

Starke Dienstleister

Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) betonte, dass allein in den vergangenen drei Jahren in der Stadt 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden seien. Sie wertete es als „Beleg für die anhaltend hohe wirtschaftliche Dynamik am Standort Berlin“, dass Berlin bereits drei Jahre in Folge das höchste Beschäftigungswachstum unter den Bundesländern aufweist.

Der Job-Zuwachs entfiel fast komplett auf den Dienstleistungsbereich, und hier insbesondere auf die Wirtschaftszweige Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation. Laut Statistikamt meldeten auch die Baufirmen der Stadt einen leichten Anstieg in der Beschäftigung, was vor allem auf den stark steigenden Wohnungsbau zurückgehen dürfte. Dagegen baute die Industrie im zweiten Jahr in Folge Arbeitsplätze ab. Das verarbeitende Gewerbe hatte im vergangenen Jahr mit einem schwachen Auftragseingang und teilweise auch mit dem Export-Einbruch nach Russland wegen der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt zu kämpfen.

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt dürfte auch in diesem Jahr anhalten. Senatorin Yzer rechnet für 2015 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent und 30.000 bis 40.000 neuen Arbeitsplätzen.