Fürstenwalde: In einer Firma arbeitet ein Mitarbeiter mit einem Winkelschleifer an einem Stahlsegment für einen Windradturm. 
Foto: dpa/Patrick Pleul

BerlinDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai wegen der Folgen der Corona-Krise im Vergleich zum April noch einmal um 169.000 gestiegen auf 2,813 Millionen Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 577.000 Personen nach oben.

Die Arbeitslosigkeit ging damit im Mai weniger stark nach oben, als im April. Damals waren mehr als 300.000 Menschen wegen der Corona-Krise in die Arbeitslosigkeit gegangen. Normalerweise erlebt der Arbeitsmarkt sowohl im April als auch im Mai einen Frühjahrsaufschwung, die Zahl der Arbeitslosen geht um diese Jahreszeit saisonbedingt üblicherweise nach unten.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: BA, dpa

Im Mai wurde von den Unternehmen für weitere 1,06 Millionen Menschen Kurzarbeit angezeigt, teilte die Arbeitsagentur weiter mit. Diese kommen zu den bereits zuvor getätigten Anzeigen für 10,66 Millionen Menschen hinzu. Die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter liegt erfahrungsgemäß deutlich darunter, weil Unternehmen die Anzeigen zum Teil vorsorglich vornehmen.

Allerdings nahmen nach Hochrechnungen der Bundesagentur allein im März - dem Monat, als der Corona-bedingte Lockdown begann, 2,02 Millionen Menschen Kurzarbeit in Anspruch. Dies ist der höchste jemals gemessene Wert. Der bisherige Rekord stammt aus dem Mai 2009, als in der damaligen Finanzkrise 1,44 Millionen Menschen Kurzarbeit in Anspruch genommen hatten.

„Der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie stark unter Druck“, resümierte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. „Die Kurzarbeit hat das Niveau von 2009 deutlich überschritten.“