Für die Physikerin war die Sache von Anfang an begeisternd. Kupferspulen statt Zylinder, Strom statt Benzin, neu statt alt. Deutschland würde einen erheblichen Ehrgeiz haben, ganz vorne mit dabei zu sein, wenn die Elektromobilität entwickelt wird, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor vier Jahren. Also sollten 2020 hierzulande eine Million Elektroautos unterwegs sein, zehn Jahre später bereits sechs Millionen. Doch der automobilen Pioniernation ist der Ehrgeiz längst abhandengekommen. Kurz vor der Halbzeit auf dem Weg zum Millionenziel hat Deutschland noch 98 Prozent der Reise vor sich. Derzeit gibt es gerade einmal 20 000 Autos, die ohne Auspuffrohr auskommen. Aufbruchstimmung ist anders.

Mochte man bislang gutwillig Anlaufschwierigkeiten unterstellen, so muss mittlerweile kollektive Verweigerung vermutet werden. Volkswagen etwa, Europas größter Autohersteller, investiert zwar jährlich rund acht Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte, davon aber kaum mehr als ein Zehntel in die Elektromobilität. Das Problem ist allerdings weniger das Automobil als Fertigprodukt, sondern der Tank der Zukunft. „Die Batterie ist die Schlüsselkomponente“ der Strommobile, konstatiert die Nationale Plattform Elektromobilität, ein Netzwerk aus Industrie und Forschung, während zugleich der Rückzug vollzogen wird.

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