Das muss sein: Die Kühlerfigur „Emily“ gibt es bei Rolls Royce nicht nur in Gold, sondern auch in Kristallglas – erleuchtet!
Foto: dpa/Rolls-Royce

BerlinEs ist Sommer, zeigt her eure Karren. Jetzt kommt es darauf an, mit dem Auto so richtig Eindruck zu machen. Und da gibt es durchaus Möglichkeiten jenseits der üblichen Ausstattungseinerleis. Alufelgen, Sitzheizung, Navigationsgerät oder Klimaanlage? Das kann doch jeder! Doch wer durch die Prospekte und Preislisten der Autohersteller blättert, darf sich angesichts der Vielfalt der Optionen freuen – es geht viel mehr!

Dabei ist es nicht nur die schiere Auswahl, die sprachlos machen kann. Halten wir uns also nicht länger mit elektrischen Sitze, farbwechselnder Innenbeleuchtung oder  Subwoofer-Soundsystemen und kommen zu den wirklich exotischen und exklusiven Extras. Die findet man in Regel bei den Luxusmarken, wo sie oft mehr kosten als ein Kleinwagen. Doch keine Sorge, auch bürgerliche Fabrikate bieten so manche Preziose.

Wir präsentieren eine kleine Auswahl des automobilen Lifestyles. Wer sich in seinem Gefährt wohlfühlen oder einfach etwas Aufsehen erregen will, dem kann geholfen werden.

Lecker und Schmecker

Picknick für Fortgeschrittene: Bently bietet eine maßgeschneiderte Lösung für Speisen aller Art – Kühlung inbegriffen.
Foto: dpa/Bentley

Wer unterwegs oft Hunger und keine Lust auf Drive-in-Küche hat, der nimmt sich was zu essen mit und macht unterwegs ein Picknick. Dafür kann man das heimische Geschirr einpacken oder sich einen professionellen Hamper kaufen. So nennen die Engländer den prall gefüllten Picknick-Korb und nehmen den gerne in ihren Zubehör-Katalog auf – bei Luxusmarken wie Rolls-Royce, Land Rover oder Bentley gerne auch maßgeschneidert und elektrisch gekühlt. Preise weit jenseits von 10.000 Euro sind dann allerdings keine Seltenheit.

Kopf und Halt

Auch kleine Dingen können glücklich machen. Als Hinterbänkler ist man so manche Pein gewohnt und träumt womöglich von den superbequemen Loungesesseln in langen Luxuslimousinen. Doch geht es auch einfacher: Skoda hat für den Superb und Kodiaq eine sogenannte Schlafkopfstütze entwickelt, bei der man links und rechts zwei gepolsterte Hörner ausklappen kann – das sieht dann so aus wie die Kopfstütze in alten D-Zug-Wagen. Beinahe schon kuschelig, wer im Fond sein Nickerchen machen möchte, findet in einer Tasche am Sitzkissen sogar noch eine Plüschdecke.

Kristall und Licht

Als wäre ein Rolls-Royce nicht schon auffällig und seine Kühlerfigur nicht prominent genug, bieten die Briten für die Spirit of Ecstasy genannte Skulptur ein aufwendiges Tuning an. Auf Wunsch gibt es die handgroße Kühlerfigur nicht nur in Gold, sondern auch aus Kristallglas – und dann sogar mit Beleuchtung. Übrigens, BMW und Mercedes inszenieren ihre Modelle auf Wunsch ebenfalls für den nächtlichen Auftritt. Im Geländewagen X6 hängt darum gegen Aufpreis erstmals eine beleuchtete Niere, bei den Schwaben bringt eine LED-Installation den Stern im Kühlergrill zum Strahlen.

Spannen und Bannen

VIP-Lounge auf der Weide: Mit einem ausklappbaren Luxussitz wie im Range Rover SV Autobiography wird alles zum Schauspiel.
Foto: dpa/Land Rover

Nicht erst seit Corona werden viele Ereignisse aus dem Auto heraus beobachtet. Und während sich der rustikale Amerikaner dabei einfach auf die Pritsche seines Pick-ups hockt, bewahren die Briten mal wieder ihre guten Manieren. Geländewagen wie der Range Rover haben deshalb eine geteilte Heckklappe, bei der die untere Hälfte als Sitzbank dient. Und wenn man einen schnell mal fünfstelligen Betrag drauflegt, gibt es für Autos von Range Rover, Bentley oder Rolls-Royce auch Klappsitze von der feineren Sorte - mit Alurahmen und Lederbezug.

Silber und Sprudel

Barfächer gehören zu Edel-Limousinen wie die Liegesitze und die Rollos vor den Fenstern. Doch am oberen Ende der Preisskala begnügt man sich nicht mit einem schnöden Kühlfach und ein paar billigen Bechern. Sondern je teurer der Wagen, desto größer die Sorgfalt bei der Auswahl der Accessoires. Im neuen Mercedes-Maybach GLS liegen deshalb für den stilvollen Schluck zwischendurch Champagnerkelche aus massivem Silber in der Armlehne.

Hund und Glück

Ab ins Luxuskörbchen: Wo es doch Herrchen und Frauchen gern ein wenig luxuriöser angehen lassen, wollen die haarigen Begleiter auch nicht darben.
Foto: dpa/Aston Martin

Viele Autohersteller beweisen auf ihren Ausstattungslisten ein Herz für Tiere und bieten deshalb vor allem bei Kombis und Geländewagen zahlreiche Optionen für den sicheren und bequemen Transport von Waldi und Wauzi. Doch wo dies bei Mercedes, VW und Co. meist auf schlichte Trenngitter, Schutzdecken oder Käfige hinausläuft, hat Aston Martin für den neuen DBX ein feudales Pet Pack entwickelt – samt Ruhekissen und silbernen Näpfen.

Duft und Spender

Wunderbäume und Lufterfrischer sind von gestern. Auch, weil die Autohersteller keine geschäftige Gelegenheit auslassen, um allen Sinnen zu schmeicheln. So haben sie längst eigene Duftspender kreiert, natürlich elektronisch gesteuert und mit individuellen Parfüms bestückt. Bei Mercedes zum Beispiel gibt es eigene Noten für Coupés und Cabrios und natürlich erst recht für den noblen Ableger Maybach.

Häkel und Strick

Wo andere in der Luxusklasse auf Lack und Leder stehen und ein Vermögen für Hölzer oder Häute ausgeben, pflegt die teuerste Toyota-Kundschaft offenbar einen etwas traditionelleren Geschmack. Für das ausschließlich in Japan angebotene Flaggschiff Century gibt es deshalb eigene Häkeldecken und Schutzbezüge, die verdächtig nach Großmutters Heimarbeit aussehen. Und weil die Herrschaft gerne auf Socken fährt, haben die Japaner im Fond sogar einen Schuhlöffel integriert – und zwar serienmäßig.

Feuer und Furz

Digitaler Verbrenner im E-Auto: Animiertes Kaminfeuer im Tesla für alle, die es nach Heimeligkeit dürstet.
Foto: dpa/Thomas Geiger

Spaßig geben sich ein paar elektronische Extras, die Tesla in seinem Infotainment-System versteckt hat. So kann man sich nicht nur ein virtuelles Kaminfeuer auf den großen Bildschirm in der Mittelkonsole zaubern, sondern seine Mitfahrer sogar mit künstlichen Furzgeräuschen foppen. Da es aber allein beim geruchlosen Sound bleibt, haben sich die Amerikaner den Lufterfrischer für danach gespart.