Zusammenstöße mit Tiere gibt es immer wieder. Besonders häufig sind Auto-Kollisionen mit Rehen, Mardern, Hasen, Luchsen oder Füchsen – dem sogenannten „Haarwild“. 2013 registrierten die deutschen Versicherer rund 247.000 solcher Unfälle, das sind fast 700 pro Tag. Insgesamt verursachten die Tiere Schäden in Höhe von über 560 Millionen Euro. „Bei Unfällen mit Haarwild übernimmt die Teilkaskoversicherung den Schaden in voller Höhe“, erklärt die Allianz die sogenannte „Wildschadenklausel“.

Aber Achtung: Fasane, Hühner und Vögel lässt die Teilkasko aus, ebenso Hunde, Katzen und Nutztiere, warnt Stiftung Warentest. Läuft eine Kuh vors Auto, müsse der Fahrer sich an den Bauern halten. Und nicht nur bei Unfällen mit Kühen und Hasen sind Versicherungen gefragt – es gab auch schon richtig schräge Schadensfälle mit Vierbeinern:

Bär sperrt sich ein: Eine 17-jährige US-Amerikanerin bekam den Schreck ihres Lebens, als sie morgens einen Bären in ihrem Fahrzeug entdeckte. Das Tier hatte sich selbst in die missliche Lage gebracht und war im Auto eingesperrt. Wie der Wagen danach aussah, zeigt das Video:

Hund frisst teure Fische: Die Allianz berichtet über einen Schäferhund, der in Franken in einem Karpfenteich wilderte: Der Hund angelte sich ausgerechnet die teuersten Fische im Teich: drei wertvolle Koi-Karpfen. Die japanischen Edelfische waren zusammen rund 17.000 Euro wert. In einem solchen Fall zahlt normalerweise die Hundehaftpflichtversicherung.

Giraffe zerlegt Auto: Eine kuriose Geschichte erlebte auch ein Allianz-Kunde, der mit offenem Seitenfenster durch den Serengeti-Park Hodenhagen bei Hannover fuhr. Während eines Stopps steckte plötzlich eine Giraffe ihren Kopf in den Wagen. Das Tier erschrak, versuchte, den Kopf zurückzuziehen, blieb aber mit den Hörnern hängen. Nach einigem Hin und Her gelang es der Giraffe, ihren Kopf zu befreien. Schaden: mehrere Tausend Euro.

Fuchs wehrt sich: In einem Wald bei Grodno in Weißrussland hatte ein Jäger einen Fuchs angeschossen. Als er sich dem Tier nähern wollte, schlug der Fuchs reflexartig mit seiner Pfote aus – und traf dabei den Abzug der Waffe. Eine Kugel durchschlug den Oberschenkel des Jägers. Während der Mann ins Krankenhaus gebracht werden musste, konnte der nur leicht verletzte Fuchs fliehen.

Auf Elch folgt Bär: In Norwegen gibt es viel unberührte Natur mit wilden Tieren. Das wurde einem Autofahrer zum Verhängnis: Er war gegen Mitternacht auf einer Landstraße unterwegs, als plötzlich ein Elch auf der Fahrbahn stand. Gerade noch rechtzeitig wich der Fahrer dem Elch aus – und fuhr geradewegs in einen Bären hinein, der ein paar Meter weiter am Straßenrand stand. Der Fahrer hatte sein Auto schon stark abgebremst, sodass der Bär zum Glück nur leicht verletzt wurde.

Kamel erschreckt: Nicht so glimpflich endete der Zusammenstoß eines deutschen Entwicklungshelfers mit einem Kamel. Der Mann war in Kenia auf einer Schotterpiste unterwegs, als das Tier aus einem Gebüsch aufschreckte und gegen den Jeep des Deutschen rannte. Windschutzscheibe und Karosserie des Fahrzeugs wurden bei dem Zusammenprall stark beschädigt. Leider starb das Kamel bei dem Unfall.

Kamel rennt Frau um: Eine schmerzhafte Begegnung mit einem Kamel hatte auch eine Spaziergängerin in Teltow bei Potsdam. Sie wurde von dem entflohenen Vierbeiner umgerannt. Das Tier war laut Allianz Versicherung bereits zum zweiten Mal aus einem Wanderzirkus ausgebrochen. Der Besitzer bekam das Kamel zurück – und eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Känguru springt vors Auto: Einem 30-Jährigen aus der Oberpfalz lief sogar ein ausgebüxtes Känguru vor den Kühler. Das Beuteltier war einem Zoohändler entwischt. Auf der Flucht hüpfte das Tier vor das Auto des jungen Mannes. Das Tier kam mit dem Schrecken davon, der Fahrer mit einem Blechschaden.

Das Problem: „Wer mit einem Pferd, einem Rind oder einem Schaf kollidiert, kann oft nicht mit einer Entschädigung seines Versicherers rechnen“, so die Allianz. Allerdings könne man einen Versicherungsschutz wählen, der neben Haarwildschäden auch den Zusammenstoß mit Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen (oder sogar Kängurus) absichert.

Für Tierhalter hingegen gilt: Im Extremfall können sie sich strafbar machen, wenn sie ihre Tiere nicht unter Kontrolle halten. Verursachen kleine Haustiere wie Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen einen Schaden, übernimmt diesen in der Regel die Privathaftpflichtversicherung. Für Hunde und Pferde ist jedoch in einigen Bundesländern eine spezielle Tierhalterhaftpflicht vorgeschrieben. (gs)