Ein Manager schildert, er wollte mit einer Kollegin beim Essen im Zugrestaurant einige dienstliche Dinge besprechen. Ein Bahnmitarbeiter erklärte ihnen, dass man es nicht gern sehe, wenn im Restaurant gearbeitet werde. Der Laptop müsse geschlossen bleiben, Arbeitsunterlagen dürften nicht ausgebreitet werden. Selbst Zeitunglesen war unerwünscht. Kunden, hieß es, fühlten sich davon gestört. „Später las ich eine Anzeige, in der die Bahn ihre Vorteile pries: Sie sei ein fahrendes Büro, in dem man arbeiten und Kaffee trinken könne ...“

Nicht immer hagelt es Kritik

Rund 100 solcher Reiseberichte sind nach wenigen Wochen beim VCD eingegangen. Nicht immer hagelt es Kritik. Hier und da ist auch Lob dabei. Frau J. berichtet, sie sei oft im Zug unterwegs. Seitdem die DB einen neuen Chef habe, sei das Personal freundlicher geworden.

„Danke, guter Lokführer der Vectus“, schreibt ein Reisender. „Sie haben haben ein paar Minuten gewartet und mich heimgebracht. Hätte der Lokführer der Bahngesellschaft Vectus nicht auf den verspäteten Zug gewartet, „wäre mein Schaden eine Stunde gewesen.“ Und noch ein Lob, diesmal für die Deutsche Bahn: „Meine Mutter wollte von Leipzig nach Magdeburg reisen“, schreibt E.R. „Sie hatte aber ihre Bahncard bei mir in Dresden vergessen“, schildert die Tochter. Sie ging zum DB-Servicepoint. Dort reagierte man schnell, steckte die Bahncard in die Dienstpost und schickte sie zum Servicepoint in Leipzig. „Dort konnte sie meine Mutter zwei Stunden später abholen.“

Leider sind solche Einträge aber die Ausnahme. Die Bahn bekomme es nicht einmal hin, auf der Fahrt von Zürich nach Hamburg das Toilettenpapier nachzufüllen, schreibt A.H. „Im ganzen Zug war keine einzige Toilette damit ausgestattet. Die waren darüber hinaus in einem erbärmlichen Zustand.“