Berlin - Dass ausgegebene Kredite nicht zurückgezahlt werden können, gehört zu den Geschäftsrisiken einer Bank. Notleidende Kredite werden sie in der Finanzbranche genannt. Darlehen, bei denen Totalausfall droht und die in Zeiten von Corona deutlich zugenommen haben. Summierte sich das Volumen notleidender Kredite im vergangenen Jahr noch auf rund 33 Milliarden Euro, so werden für das laufende Jahr bereits über 40 Milliarden Euro erwartet. Nahezu 47 Milliarden könnten es 2022 sein. Das geht aus einer Umfrage der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V. (BKS) hervor, die unter Risikomanagern deutscher Kreditinstitute durchgeführt wurde.

Insgesamt wurden 62 Banker auf Vorstands- und Abteilungsleiterebene befragt. Vier von zehn erwarten demnach in den kommenden zwölf Monaten einen Anstieg der Ausfallbestände. Allerdings sei das Gesamtvolumen aufgrund der staatlichen Hilfsmaßnahmen laut BKS noch gar nicht endgültig abschätzbar. Denn die massiven Hilfspakete der Regierung wie Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, Liquiditäts- und Kreditprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau und das Kurzarbeitergeld hätten die deutschen Banken im vergangenen Jahr vor einer signifikant höheren Ausfall-Quote verschont. BKS-Präsident Jürgen Sonder ist daher sicher, dass die nachlaufenden Effekte die deutschen Bankbilanzen in den nächsten Jahren beschäftigen werden. „Erst wenn die Politik sich dazu entscheidet, keine weiteren Hilfen zu leisten, wird das wahre Ausmaß deutlich werden“, so Sonder.

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