„Wir sind da, und wir sind handlungsfähig“, versichert Landesbank-Chef Stephan Winkelmeier.
Foto: imgao images

MünchenDie BayernLB ist im Corona-Modus. „Wir tun alles, damit wir keinen richtigen Einschlag bekommen“, sagt Landesbank-Chef Stephan Winkelmeier mit Blick auf die deutsche Wirtschaft. Im Schulterschluss mit anderen großen Landesbanken in Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart sowie den Sparkassen reiche man derzeit Förderprogramme an von der Pandemie getroffene Firmen weiter. Allein die BayernLB habe bereits gut 4000 Anfragen beantwortet und 300 Millionen Euro an staatlichen Soforthilfen weitergereicht.

10.000 Förderanträge auf Finanzspritzen und Kredite

Zusammen den Sparkassen bringe allein die öffentlich-rechtliche Bankenfamilie in Bayern in den nächsten Wochen schätzungsweise rund 10.000 Förderanträge auf Finanzspritzen und Kredite auf den Weg. Zu 90 Prozent wird das Kreditrisiko dabei vom Staat abgeschirmt.

Hier lesen Sie: Corona-Pandemie: Berliner Senat legt erste Zahlen zur Wirtschafts-Soforthilfe vor >>

Da die restlichen zehn Prozent bei ausgebenden Instituten wie der BayernLB verbleiben, werde die Kreditfähigkeit zwar geprüft. „Wir sind uns unserer Verantwortung als selbst schon einmal gerettetes Institut aber bewusst“, so Winkelmeier. Das spielt darauf an, dass der Freistaat Bayern seine Landesbank wegen horrender Sünden in der Bankenkrise 2008/09 mit zweistelligen Milliardensummen unter die Arme greifen musste, um ihren Kollaps zu vermeiden.

An einer Neupositionierung nach dieser existenzbedrohenden Krise arbeiten die Bayern bis heute. Die Lösung schien in Konzentration auf Immobiliengeschäfte, die konzerneigene Direktbank DKB in Berlin sowie betontem Engagement bei der Finanzierung erneuerbarer Energien endlich gefunden. Dieses Jahr sollte die Strategie ausgerollt werden, was mehr als die dafür bisher angesetzten 400 der konzernweit gut 8300 Beschäftigten kosten wird, warnte Winkelmeier vor, ohne konkreter zu werden.

Bank-Chef:„Wir sind da, und wir sind handlungsfähig“

Erste Priorität seien jetzt „Kunden, Kunden, Kunden“, betont der Banker. „Wir sind da, und wir sind handlungsfähig“, versichert er. Darüber, wie sehr in Folge der jetzigen Ausgabe von Notkrediten an die Wirtschaft künftig die eigene Risikovorsorge erhöht werden muss, mache er sich aktuell keine Gedanken.

2019 ist sie überschaubar von 135 auf 251 Millionen Euro bei 226 Milliarden Bilanzsumme gestiegen. Vorsorglich habe man aber die Ausschüttung einer Dividende an die Eigner Freistaat und Sparkassen in Höhe von 150 Millionen Euro ausgesetzt, erklärt der Bayern LB-Chef. Das habe die europäische Zentralbank so empfohlen. Die eigene Liquidität und Bilanz seien aber gut, beruhigte Finanzchef Markus Wiegelmann.

Klar ist auch, dass die Corona-Krise nicht ohne Spuren an der Bayerischen Landesbank vorbeigehen wird. Möglicherweise beginnt sie für Banken erst, wenn sie medizinisch ausgestanden ist und die Wirtschaft wieder hochfährt. Denn erst dann dürfte klar sein, ob Firmen aus ihrem zwangsweisen Winterschlaf wieder aufwachen, überleben und Kredite zurückzahlen können. Dann wollen Bayern LB und ihre staatlichen Eigner die derzeit auf Eis gelegte Frage nach einem bundesweiten Zentralinstitut beantworten. Das könnte durch Zusammenlegung mehrerer oder aller bestehenden Landesbanken entstehen.