Hier werden die Batterien des Elektroscooter-Verleihers Coup geladen.
Foto: Coup

BerlinAls der Elektroscooter-Verleiher Coup zum Start der diesjährigen Saison im Frühling sein neues Preismodell präsentierte, gab sich das Management alle Mühe, das Angebot als günstig zu verkaufen. Tatsächlich ist das Rollerfahren mit einem Coup-Roller seitdem insgesamt teurer. Seit Wochenbeginn gibt es allerdings die Möglichkeit, sich von der Bosch-Tochter Geld zurückzuholen. Dann nämlich, wenn der Fahrer den fast leeren Akku selbst gegen einen vollen ersetzt.

„Coup Boxenstopp“ nennt der Verleiher die Aktion, für die in Berlin zunächst zwei Ladestationen zur Verfügung stehen. Die eine befindet sich am Mercedes-Platz in Friedrichshain, die andere auf einem Supermarkt-Parkplatz in der Kreuzberger Stresemannstraße, wie auch per Coup-App zu erfahren ist.

Liegt also der Ladezustand der Akkus im gerade ausgeliehenen Roller unter 50 Prozent, kann man dort vorfahren.

An der Station nimmt man den leistungsschwachen Akku aus dem Scooter, dockt ihn in die weiße Ladestation und entnimmt dann einen vollen Batterieblock, um diesen in den Roller zu schieben und die Reichweite wieder auf 100 Prozent zu heben.

Laden der Batterien für die Elektroscooter von Coup ist sehr aufwändig

In höchstens zwei Minuten soll der Akkutausch erledigt sein. Klappt was nicht, helfen tagsüber Mitarbeiter von Coup. In jedem Fall wird der Batteriewechsel per Selbstbedienung mit einer Gutschrift von 20 Freimuten im Wert von 4,20 Euro belohnt.

Bei Coup hofft man freilich auf rege Beteiligung. „Für uns bietet der Boxenstopp den Vorteil, dass wir die Batterien nicht mehr durch Berlin transportieren müssen, sondern die Nutzer uns dabei helfen, noch nachhaltiger agieren zu können“, sagt Justus Thormann, der das Coup-Geschäft in Berlin lenkt.

Tatsächlich ist das Laden der Scooter-Batterien recht aufwendig. Mit mehreren Transportern – sie fahren mit Diesel, nicht mit Strom – sind Serviceteams in der Stadt unterwegs, um an geparkten Rollern leere Akkus durch volle zu ersetzen. Immerhin hat Coup 1500 Scooter in der Stadt im Einsatz.

Die leeren Akkus werden dann in einer zentralen Ladestation in einem Kellergeschoss am südlichen Ende der Charlottenstraße in Kreuzberg wieder fit gemacht. Dort können 220 Akkus gleichzeitig geladen werden. Zweieinhalb Stunden dauert eine Ladung. Mit 100 Prozent Ökostrom, wie Coup versichert.

Coup entscheidet nach Tests, ob es mehrere Stationen in Berlin geben wird

Wenngleich Coup seine Roller mittlerweile auch in Madrid und Paris anbietet, wird der Akkutausch ausschließlich in Berlin getestet. Die Ladetechnik stammt vom Roller-Hersteller Gogoro aus Taiwan, der in seiner Heimat nicht nur seine Stromscooter anbietet, sondern dort zugleich ein dichtes Netz von Akku-Wechselstationen aufgebaut hat.

Insgesamt 1200 Ladestationen sind über ganz Taiwan verteilt und erhöhen so die praktische Reichweite der Roller, die mit einer Akkuladung 80 Kilometer zurücklegen können.

Ob auch in Berlin mehr Stationen installiert werden, will Coup nach Auswertung des Tests entscheiden. Dieser läuft noch bis zum 1. November.