Flaggen mit dem Tesla-Logo.
Foto: AFP/Emmanuel Dunand

BerlinAls bekannt wurde, dass der US-Autobauer Tesla nur 13 Euro pro Quadratmeter für das Grundstück für seine sogenannte Gigafactory bezahlen soll, war schnell von einem Schnäppchen die Rede – von einem Tesla-Bonus, damit das Unternehmen seine erste europäische Fabrik doch bitte, bitte in Brandenburg baut und hier Tausende Arbeitsplätze schafft.

Als Vergleich wurde angeführt, dass auf dem Gewerbeland nebenan 40 Euro fällig sind und im Gewerbegebiet Dreilinden zwischen Wannsee und Potsdam sogar 310 Euro. Der Unterschied ist allerdings: Dreilinden gehört zu den bestgelegenen Gewerbegebieten überhaupt in Brandenburg, das Tesla-Land ist ein Kiefernforst jwd.

Die Frage ist, ob eine Vier-Milliarden-Euro-Investition daran scheitern würde, ob Tesla für das Grundstück 40 oder 120 Millionen Euro zahlen muss. Wohl kaum.

Tesla schaut, wo es die lukrativsten Bedingungen gibt

Natürlich sollte man sich keine Illusionen machen: Der US-Autobauer ist keine Wohltätigkeitsorganisation, sondern ein global agierender kapitalistischer Konzern, der natürlich ganz genau schaut, wo er die lukrativsten Bedingungen findet.

Gerade deshalb wird es Tesla nicht an ein paar Millionen Euro scheitern lassen, denn es geht um das ganz große Geld:  Sollte Tesla tatsächlich, wie angeblich geplant, etwa vier Milliarden Euro in Brandenburg investieren, könnte der Konzern sehr viel Fördergeld kassieren. Es wird über bis zu 500 Millionen Euro spekuliert.

Möglich ist natürlich alles, und für alle Beobacher ist schon auffällig, wie sehr die Politik um Tesla und die vielen gut bezahlten Industriearbeitsplätze buhlt. Aber warum sollte der Konzern die Aussicht auf so viel Geld verspielen, nur weil er sich gleich am Anfang des Verfahrens einen vergleichsweise kleinen Preisvorteil gewähren lässt? Einen Vorteil, der nicht erlaubt wäre und der bei der anstehenden EU-Kontrolle sofort als Quersubvention aufflöge.