Bekleidung, Wohnen, Lebensmittel, Freizeit: So haben sich die Preise für Verbraucher in Berlin verändert

Das Leben in Berlin ist im zurückliegenden Jahr kaum teurer geworden. Nur um 0,8 Prozent stiegen im Durchschnitt die Preise gegenüber 2013. Insbesondere die stark gefallenen Energiepreise hemmten den Preisauftrieb. Aber bei einzelnen Produkten und Dienstleistungen gab es doch erhebliche Veränderungen – sowohl nach oben als auch nach unten.

Das geht aus den Daten zur Preisentwicklung in der Hauptstadt hervor, die der Berliner Zeitung vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zur Verfügung gestellt wurden. Die Statistiker ermitteln jeden Monat für einen Warenkorb, der rund 600 Güter enthält, die Preisveränderungen. Die Liste reicht von Nahrungsmitteln über Bekleidung, Ausgaben für die Wohnung, Gütern für Freizeit bis hin zu Versicherungsdienstleistungen.

Berlin liegt bei der Teuerung leicht unter dem Bundeswert von plus 0,9 Prozent. Von Verbraucher zu Verbraucher kann sich aber deutlich unterscheiden, wie die Lebenshaltungskosten wirklich gestiegen sind – je nachdem, welche Waren und Ausgaben in den jeweiligen Haushalten eine besondere Rolle spielen.

Zudem fließen nicht alle Güter zu gleichen Teilen in die durchschnittliche Preissteigerungsrate ein. Den größten Anteil im Warenkorb macht das Wohnen (Mieten, Strom, Gas) mit fast 32 Prozent aus. Gut zehn Prozent entfallen auf Lebensmittel. Ausgaben für Verkehr schlagen mit 13,5 Prozent zu Buche, die für Freizeit, Unterhaltung und Kultur mit 11,5 Prozent.

Wir zeigen für ausgewählte Produkte, wie stark die Preise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen sind. Viele Entwicklungen entsprechen dem Bundestrend, aber nicht jeder Ausschlag in Berlin ist bis ins Detail zu erklären. Alle Preisveränderungen sind in % 2014 gegenüber 2013 angegeben.

Wer selbst backt, konnte sich 2014 freuen: Weizenmehl wurde erheblich billiger. Aber auch die Preise für Roggen-, Misch-, Körnerbrot sanken. Grund war die Getreide-Rekordernte in Deutschland und in Europa. Jeder Deutsche isst zehn Pizzen pro Jahr, Tendenz steigend. Höhere Nachfrage, höherer Preis!

Dass das Wohnen in Berlin teurer geworden ist, aber noch nicht so teuer wie anderswo, ist ein schwacher Trost. Aber immerhin wurde Wasser billiger. Um mehr als zwölf Prozent fiel der Preis, weil das Bundeskartellamt die hohen Berliner Wasserkosten moniert hatte. Die Wasserbetriebe reagierten.

Preisrutsch bei Gemüse und den guten alten Knollen: Der Bauernverband beklagt bei Kartoffeln ein „schwieriges Vermarktungsjahr 2014 mit hohen Erntemengen und niedrigen Erzeugerpreisen“. Gut für den Kunden – ebenso wirkte sich der von Russland verhängte Importstopp bei Obst und Gemüse aus.

Schneiden, Färben, Tönen: Der Besuch beim Friseur verlangte einen etwas größeren finanziellen Einsatz als im Jahr zuvor – ein Grund könnte im Vorgriff auf den Mindestlohn liegen, der seit Anfang 2015 gilt. Immerhin glich der Preisrückgang bei Shampoo und Duschgel einen Teil der Mehrkosten aus.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt, wie sich die Preise bei Molkereiprodukten, Verkehr, Fleisch und Haushaltsgütern verändert haben.