Euro-Scheine.
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Berlin - Die wegen der Corona-Krise aufgelegten Hilfsprogramme für die Wirtschaft stoßen beim Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums auf Kritik. «Die Pandemie macht uns alle ärmer, so dass es in Zukunft weniger zu verteilen gibt», schreibt das Gremium in einem Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag) vorliegt. Vor allem die beschlossene Anhebung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 87 Prozent des letzten Nettoeinkommens sehen die 39 Wissenschaftler kritisch. Dies werde zu «erheblichen Mitnahmeeffekten» führen. Zudem «ergeben sich daraus weitreichende und unter Umständen unbeabsichtigte Konsequenzen für die Regelung der Höhe des Arbeitslosengeldes».

Für zu restriktiv hält der Beirat dagegen die Soforthilfe für Inhaber kleiner Unternehmen. Diese erhalten derzeit nur dann Zuschüsse vom Bund, wenn sie laufende betriebliche Fixkosten haben. «Zudem sollte für einen gewissen Einkommensersatz gesorgt werden, und dies unabhängig von der Grundsicherung», schreibt der Beirat.

Jeder Tag, den die coronabedingte Schließung von Betrieben andauert, bringt neue Arbeitslose. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Wissenschaftler Tanja Bauer und Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, die in dem Fachorgan makronom.de veröffentlicht wurde.

«Unsere Schätzungen kommen zu dem Schluss, dass jeder Tag von wirtschaftlichen Schließungen beziehungsweise Ausgangsbeschränkungen die Arbeitslosigkeit erheblich erhöht hat», heißt es in dem Text der beiden Wissenschaftler. Dies resultiere sowohl aus zusätzlichen Zugängen in Arbeitslosigkeit als auch aus weniger Abgängen in Beschäftigung.

Nicht ausgeschlossen sei, dass durch die Corona-Krise bedingte Arbeitslosigkeit auch noch nach Wiederöffnung einzelner Wirtschaftszweige auftrete - etwa wenn Kündigungsfristen ausliefen. Im Rahmen einer Öffnungsstrategie müssten deshalb alle Möglichkeiten ausgelotet werden, wie die Reaktivierung der Wirtschaft unter Eindämmung des Virus möglich sei.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte ihre Monatsstatistik für April 2020 in der vergangenen Woche vorgestellt. Demnach waren im April bundesweit 308 000 Menschen mehr arbeitslos als im März - dies ist ein völlig untypischer Anstieg um diese Jahreszeit. Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit im April saisonbedingt.