Wer erfahren will, was die Bahnreform den Fahrgästen in Berlin gebracht hat, muss nicht viel Zeit investieren. Es genügt, in der Mittagspause den Regionalverkehr am Alexanderplatz oder Zoo zu betrachten. Im Minutenabstand fahren Regionalexpresszüge ein, die viele Direktverbindungen herstellen. Die Wagen sind oft voll, sie sind fast neu, haben Klimaanlagen, gepolsterte Sitze und Platz für Rollstühle sowie Fahrräder. Und sie tragen nicht mehr nur die rote Lackierung der Deutschen Bahn (DB).

„Es hat sich einiges getan“, lobt Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband IGEB. „Moderne Züge mit Doppelstockwagen – darauf hätten wir ohne Bahnreform lange warten können.“ Er wisse noch, wie der Regionalverkehr Anfang der 1990er-Jahre in Berlin aussah: Die wenigen Personenzüge, die damals fuhren, endeten meist weit vor dem Stadtzentrum um. Wer in die City wollte, musste mit der S-Bahn weiterfahren, das kostete Zeit. Es fehlte Geld für moderne Wagen und Komfort. Mit anderen Worten: Der Regionalverkehr war unattraktiv. Die Bahnreform sorgte dafür, dass es mehr Geld vom Staat gab, die Länder Qualitätsstandards festlegen konnten und Ausschreibungen den Wettbewerb um das beste Angebote anstachelten.

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