Berlin - Die Nachrüstung der VW-Fahrzeuge mit Betrugssoftware bringt nichts. Im Gegenteil: Die  Belastung der Umwelt wird sogar größer. Das haben Messungen des Fachblatts Auto, Motor und Sport ergeben.

Ende Januar hat der Volkswagen-Konzern damit begonnen,  für Fahrzeuge mit Betrugssoftware neue Programme im Bordcomputer zu installieren. Als erstes Modell begann die Nachrüstung bei den Pritschenwagen des Typs Amarok, die mit Zwei-Liter-Dieselmotoren unterwegs sind. Das Aggregat wurde mit einer in der EU verbotene Abschaltsoftware gesteuert: Die Abgasreinigung funktioniert nur vorschriftsmäßig bei offiziellen Messungen auf dem Prüfstand. Im Normalbetrieb auf der Straße wird der Katalysator, der giftige Stickoxid-Abgase(NOX) unschädlich macht, weitgehend ausgeschaltet. Um ein Vielfaches erhöhte Abgaswerte sind die Folge. Die Rückrufaktion war vom Kraftfahrtbundesamt und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) angeordnet worden.  

Auto, Motor und Sport hatte Ingenieure beauftragt, die Abgase von zwei VW Amarok vor und nach dem Software-Update zu überprüfen. Gemessen wurden im Realbetrieb auf der Straße, und zwar im Stadtverkehr, auf der Landstraße und der Autobahn. Das Ergebnis: Die Stickoxid-Emissionen trotz der neuen Steuerungsprogramme mit 1,5 Gramm pro Kilometer gleich geblieben; die Euro-5--Abgasnorm schreibt aber nur 0,18 Gramm vor. Die Motorleistung wurde sogar leicht gesteigert. Der Kraftstoffverbrauch kletterte bei dem einen Wagen um einen halben bei dem anderen um 0,7 Liter. Das bedeutet, insgesamt steigt die Schadstoffbelastung der nachgerüsteten Fahrzeuge sogar – ein höherer Spritverbrauch bringt auch mehr Emissionen des Klimakillers CO2. Volkswagen teilte am Donnerstag lediglich mit, die umgerüsteten Amarok erfüllten nun „die erforderlichen Grenzwerte zur Einhaltung der EU-5-Abgasnorm“.