Bayer und Syngenta, Konkurrenten in der Chemiebranche, eint das Interesse, ein Verbot ihrer Pflanzenschutzmittel durch die EU zu verhindern.

Wegen des Bienensterbens, dass durch neonikotinoid-haltige Produkte hervorgerufen wird, will die EU den Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel bei der Aussaat von Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle verbieten.

Das bringt die Konzerne in Bedrängnis, die den Absatz ihrer Produkte gefährdet sehen. Plötzlich werden sie zu Bienenschützern.

Zurück zum blühenden Ackerrain

Ihr Vorschlag: Mehr blühende Ackerrandstreifen, wo die Bienen nicht in Kontakt mit den für sie tödlichen Insektiziden kommen. Und weitere Studien über die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei Bienenvölkern.

Denn der wahre Grund für das Bienensterben sind aus Sicht der Konzerne nicht ihre Pflanzenschutzmitteln, sondern Parasiten und Viren. "Wir sind von der Sicherheit unserer Produkte überzeugt", sagt Syngenta-Vorstand John Atkin. "Dieser umfassende Plan wird wertvolle Erkenntnisse zum Thema Bienengesundheit bringen".

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat auf die Gefahren von behandeltem Saatgut für die Bienenvölker hingewiesen. Der Staub, der bei der Aussaat entstehe, sei eine Gefahr für die Bienen.

Auch hier weiß die Industrie Abhilfe: Die Landwirte sollten nur noch Geräte benutzen, die die Staubentwicklung reduzieren, fordern Bayer und Syngenta in ihrem "Plan".

Die EU-Staaten konnten sich bislang nicht auf ein Verbot der Pflanzenschutzmittel einigen und haben nun noch zwei Monate Zeit, einen Kompromiss zu finden.

Deutschland hatte sich bei der Abstimmung enthalten. Naturschützer warfen den Deutschen vor, vor der Industrielobby eingeknickt zu sein. (mit rtr)