Der US-Unternehmer und Philanthrop Bill Gates ist auf dem Weltwirtschafsforum in Davos gleich in mehreren Gesprächsrunden präsent. Man könnte auch sagen, Bill Gates ist überall.

Seine Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung gilt als Mitbegründerin der internationalen Covax-Initiative sowie der Impfallianz Gavi für die Verteilung der Corona-Impfstoffe. Er forderte neulich Impfstoffe, die eine Infektion für einen längeren Zeitraum blockieren würden. Die heutigen Impfstoffe, sagte Gates am Dienstag in Davos, würden zwar Millionen von Menschenleben retten, aber die Verbreitung der Infektionen nicht effektiv verhindern. Also müssten die Staaten für die Vorbeugung der künftigen Pandemien mehr in den Kampf gegen die Infektionskrankheiten investieren, wohl zig Milliarden Dollar jährlich, so Gates.

„Obwohl diese Projekte staatlich gefördert werden …“

An diesem Mittwoch zeigt er sich auf einem weiteren Treffen über den globalen Klimawandel besorgt – und fordert eine Kombination von Maßnahmen, darunter Steuergutschriften, um die kleinen innovativen Unternehmen „mit großartigen Ideen“ im Privatsektor zu unterstützen. Seine 2015 begründete Breakthrough-Energy-Initiative wolle schon dieses Jahr mit dem Finanzierungsprogramm „Breakthrough Energy Catalyst“ diese Technologie-Unternehmen mit den ersten „paar Zuschüssen“ unterstützen, versicherte Gates.

Er zeigt sich überzeugt: „Die Gelegenheit, jetzt grünen Stahl, grünen Zement und grüne Luftfahrt zu fördern, ist stärker als je zuvor.“ Und die sogenannte First-Movers-Koalition müsste die Unternehmen und Staaten in diesen Bemühungen zusammenführen.

„Obwohl diese Projekte oft staatlich gefördert werden, lohnt es sich, den Privatsektor mit am Tisch zu haben, um diesen Projekten zu helfen, diese Kostensenkungen zu erreichen. Heute ist das also ein großer Meilenstein in einem sehr schwierigen langfristigen Projekt“, sagt Gates weiter. Sein Auftritt wurde unter anderem auf der Webseite des Forums ausgestrahlt.

John Kerry: Werden die Initiative so hart wie möglich vorantreiben

Für die ambitionierten Ziele gibt es eine starke Unterstützung. Die erst im November 2021 am Rande des Weltwirtschaftsforums geborene First-Movers-Koalition hat den Sondergesandten von US-Präsident Joe Biden fürs Klima, John Kerry, als Paten. Nun sind laut der Webseite des Weltwirtschaftsforums 55 globale Konzerne daran beteiligt, darunter im Aluminium-, Stahl- und Luftfahrt-Sektor.

„Unsere Mitglieder beteiligen sich auch an Koalitionsaktivitäten, um Netto-Null-Ziele (für die CO2-Ausstöße, Anm. d. Red.) voranzutreiben, einschließlich der Teilnahme an Sektor-Arbeitsgruppen“, heißt es. Die Unternehmen wie Airbus, Boeing, Deutsche Post DHL Group, Vattenfall und Microsoft sind allerdings auch dabei. Die Deutsche Post DHL Group gibt dazu auf der eigenen Webseite etwa an, als Gründungsmitglied der Initiative in klimafreundliche Technologien investieren zu wollen.

„Wir wollen so viele Unternehmen wie möglich für uns gewinnen, damit wir eine kritische Masse schaffen, die dann keine Pionierunternehmen benötigt“, sagte Kerry auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Die Expansion der Initiative sollte also vorangetrieben werden. Denn der größte Störfaktor für das Geschäft werde die Klimakrise sein, warnt der ehemalige US-Außenminister, wenn man nicht schnell genug handele.

„Und das größte Risiko für ein Unternehmen ist nicht das Risiko, sein Geld dafür einzusetzen. Es ist das Risiko, das damit einhergeht, nicht genug zu tun, wenn man nicht investiert“, so Kerry. Das Ziel der Initiative sei es also, dieses Bewusstsein „so hart wie möglich voranzutreiben“.