Kryptisch, wenige Worte, viele Gerüchte: Apple stellt am Dienstagabend in gewohnt geheimnistuerischer Manier zwei neue iPhone-Modelle vor.

Nach der Logik der vergangenen Präsentationen wird eines der neuen Smartphones vermutlich die Modellbezeichnung 5S tragen. Daneben soll es, glaubt man der Gerüchteküche, ein zweites billigeres Modell geben. 5C nennt sich Spekulationen zufolge der Gerätetyp, und er soll in vier bis fünf verschiedenen Farben erhältlich sein. Das Smartphone soll günstiger sein als seine Vorgänger - der Beiname „Billig-iPhone“ ist damit schon besiegelt, bevor dessen Existenz überhaupt offiziell bestätigt wurde.

Anfang des Jahres äußerte sich Tim Cook zu der Frage, ob es ein billiges iPhone geben werde, indirekt noch abweisend: „Wir würden niemals etwas herausbringen, das wir als billiges Produkt ansehen“, sagte der Apple-Geschäftsführer. Im gleichen Atemzug verwies er aber auf die Erfolgsgeschichte des iPods, der durch günstigere Modelle wie den iPod Shuffle auch für deutlich weniger als ursprünglich angekündigt zu haben war.

Kunststoff statt Aluminium

Das Gehäuse sei aus günstigem Kunststoff und nicht wie bisher aus Aluminium, heißt es aus mehreren Quellen übereinstimmend. Branchenkenner rechnen mit Preisen zwischen 400 bis 500 Dollar. Das aktuelle Flagschiff der Smartphone-Reihe kostet in den USA derzeit 649 Dollar.

Damit könnte der US-Konzern einen neuen Weg einschlagen als bisher: Apple ist zwar immer noch meilenweit entfernt von den günstigsten Produkten der Branche, könnte aber trotzdem eine andere Bandbreite an Kunden gewinnen. Experten vermuten, das neue iPhone soll dem Ektronikgiganten den Zugang zu Smartphone-Märkten in Schwellenländern erschließen, allen voran China.

Das Reich der Mitte ist weltgrößter Handy-Markt, und bisher rangiert, gemessen an den Verkaufszahlen, Apple dort hinter Samsung. 5C soll das ändern und dem Unternehmen einen soliden Absatz verschaffen. Bisher bediente Apple die Nachfrage nach günstigeren Produkten, indem ältere oder generalüberholte Modelle zu günstigeren Preisen verkauft wurden.

iWatch lässt auf sich warten

Dass auch die mit Spannung erwartete Computeruhr iWatch - eine intelligente Handy-Uhr - am Dienstagabend vorgestellt werden könnte, halten Insider für unwahrscheinlich. Das Produkt sei noch in der Entwicklungsphase, heißt es. Apple hat sich den Markennamen in verschiedenen Ländern bereits gesichert. Den Vorstoß in diesem Marktsegment hatte Samsung in der vergangenen Woche gewagt. Die Computeruhr Galaxy Gear ermöglicht die Fernsteuerung eines Samsung-Smartphones, „um das Gerät nicht mehr aus der Tasche holen zu müssen“, hieß es bei der Präsentation.