Eine Kurbelwelle für den Berliner V6-Diesel.
Foto:  Daimler

Berlin - Als Fevzi Sikar zum ersten Mal durch das Werkstor an der Daimlerstraße in Marienfelde ging, war er 16 Jahre alt. Damals trat er dort eine Lehre als Energieanlagenelektriker an. Über drei Jahrzehnte sind seitdem vergangen, in denen Sikar Maschinen repariert und in Gang gehalten hat. Mit ihnen werden bis heute Teile gefertigt, ohne die bislang kaum ein Mercedes fahren kann: Nockenwellen, Steuerungsteile, ganze Motoren. Drüben in Bau 70, sagt der 49-Jährige und zeigt auf einen Backsteinbau neben dem Tor 2, werde jetzt noch der OM642 gebaut. Ein Sechszylinder-Diesel. „Nächstes Jahr ist Schluss.“ Der Anfang vom Ende.

Das Daimler-Werk im Süden Berlins gibt es seit über einem Jahrhundert. Es ist Daimlers ältestes, es besteht seit 1902. Einst wurden dort Busse und Lkw gebaut, später die ersten kleinen Dreizylinder für den Smart, dann die mächtigen Zwölfzylinder für die noch mächtigeren Maybach-Luxuslimousinen. Es ging immer um Verbrennungsmotoren. Bravourstücke deutscher Maschinenbaukunst, mit denen der hiesige Automobilbau Weltruhm erlangte, die aber zu Auslaufmodellen wurden. In einigen Ländern werden sie wegen ihrer Umweltbelastung schon bald nicht mehr geduldet sein.

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