So, Sie haben also gesehen, dass der Bitcoin-Preis steigt und steigt und steigt und stehen nun mit scharrenden Hufen neben dem welkenden Weihnachtsbaum? Sie wollen gerne Bitcoin kaufen? Tun Sie sich einen Gefallen: Atmen Sie ein und aus. Und noch einmal: ein und aus. Begehen Sie nicht den Anfangsfehler – kaufen Sie sich nicht ein, wenn es alle anderen auch tun. Die Skepsis kehrt zurück, dann fällt der Kurs. 

Bitcoin ist – wie andere Anlageformen im Zweifel auch – eine Glaubensfrage. Es ist ja so: Die Kryptowährung ist nie angetreten, eine Assetklasse zu sein, mit der es sich schnell Geld verdienen lässt. Satoshi Nakomoto – jener Developer, der den Bitcoin erfand und bis heute nur als Pseudonym bekannt ist – wollte nicht weniger als eine Revolution des Geldsystems. Der Bitcoin versteht sich als Instrument wider die Macht der Finanzindustrie. 

Das muss Sie nicht weiter anfassen, wenn Ihnen zwar nach Geldverdienen, aber nicht nach Weltretten ist. Aber Sie sollten sich immer im Klaren sein: Was Sie in Bitcoin anlegen, müssen Sie auch verlieren wollen können – zumindest kurzfristig. So wie der Kurs binnen der vergangenen Tage von 20.000 auf zwischenzeitlich nahezu 28.000 US-Dollar gestiegen ist, so könnte er morgen schon auf die Hälfte des Preises zurückfallen. Ehe Sie sich nun also eine Krypto-Wallet zulegen und einkaufen: Schauen Sie sich noch einmal den Kursturz des von Ripple ausgegebenen Krypto-Coins XRP am vergangenen Mittwoch an. Verkraften Sie das? Wenn Sie Lust auf ein wenig Kasino haben: Bitte schön. Der Bitcoin ist ein Versprechen an die Zukunft. Aber wenn uns die Pandemie eines gelehrt hat, dann, dass die Zukunft unkalkulierbar ist.