München. Der Premiumhersteller BMW tritt bei Innovationen weiter aufs Gas. Gerade erst ist das neue Elektroauto BMW i3 pompös präsentiert worden, da kündigen die Bayern bereits die Entwicklung serienreifer Fahrzeuge mit Brennstoffzelle an. In Kooperation mit Technologiepartner Toyota sollen bis 2015 erste Prototypen und bis 2020 serienreife Fahrzeuge gebaut werden, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer in München bei der Vorlage eines Zwischenberichts. Die Architektur des Brennstoffzellenautos soll entsprechend der elektrifizierten i-Famile für diese Technologie maßgeschneidert werden.

Verschärfte Abgaswerte

Damit läge das deutsch-japanische Duo drei Jahre hinter den Plänen von Daimler und deren Kooperationspartnern Ford und Nissan. Dieses Trio will schon im Jahr 2017 das erste Elektroauto mit Brennstoffzelle serienreif haben. Ob die gemeinsamen Pläne von BMW und Toyota in einer neue Submarke – etwa eine h-Familie: h für Wasserstoff – münden wie jetzt beginnend mit dem BMW i3, ließ Reithofer offen. Klar sei aber, dass die Brennstoffzellentechnologie nicht einfach in ein bestehendes Modell verpflanzt, sondern um Brennstoffzelle, Motor und Batterie herum komplett neu entwickelt werde. Dabei könnte BMW zumindest auf Komponenten der i-Familie zurückgreifen. Die zunächst in Eigenregie betriebene Brennstoffzellenentwicklung hat BMW vor einigen Jahren auf Eis gelegt. Mitte 2012 wurde sie dann in Kooperation mit Toyota wieder aufgenommen.

Reithofer begründete die Notwendigkeit für diesen erneut mit hohen Kosten verbundenen Entwicklungsschritt mit den immer höheren Abgasgrenzwerten. BMW habe den Flottenverbrauch mittlerweile auf 138 Gramm Kohlendioxid (CO2 ) je Kilometer gesenkt und Mühe, die von der EU bis 2020 geforderten 95 Gramm zu erreichen. Darüber hinaus seien bis 2025 verschärfte Grenzwerte zwischen 68 und 78 Gramm in der Diskussion. „Wir können uns nicht vorstellen, wie man das erreicht, räumte der Automanager ein. Für BMW heiße das aber auf alle Fälle „weiter investieren und elektrifizieren“.

Bei konventionellen Antrieben setze man gleichzeitig auf kleinere Motoren, die auch zunehmend nachgefragt werden. Diese mehrfachen Entwicklungsaufwendungen hinterlassen – verbunden mit der Krise auf westeuropäischen Automärkten – langsam Spuren bei BMW. Am deutlichsten wird das im operativen Gewinn der Kernsparte Automobile im zweiten Quartal. Hier brachen die Gewinne um 13 Prozent auf noch knapp 1,8 Milliarden Euro ein. Damit liegt die operative Marge im Autogeschäft zum Halbjahr aber immer noch bei ansehnlichen 9,8 Prozent. Zum Vergleich: Konkurrent Mercedes-Benz fährt mit zuletzt 6,9 Prozent deutlich hinterher.

Absatzrekord erwartet

Insgesamt stemmt sich der global führende Premiumhersteller also recht erfolgreich gegen die Branchenkrise und die damit verbundenen Rabattschlachten in Europa. Beim Absatz steuert BMW, getrieben von den USA und China, 2013 auf einen neuen Absatzrekord zu. Schon das Halbjahr brachte mit einem Plus von sechs Prozent auf über 954 000 verkaufte Fahrzeuge der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce eine neue Höchstmarke. Der Umsatz gab dabei allerdings um gut ein Prozent auf 37 Milliarden Euro nach. Der Halbjahresüberschuss ging minimal auf vier Milliarden Euro zurück. Stabile Gewinne nach Steuern peilt BMW auch unvermindert für das Gesamtjahr an.

Auf der Gewinnerseite bleibt das Personal. Das wurde zum Halbjahr um knapp 5 000 Stellen auf nun fast 107 000 Mitarbeiter aufgestockt. BMW braucht unvermindert Spezialisten für neue Technologien und auch Personal zur Aufstockung der Kapazitäten, die weitgehend ausgelastet sind.