Eine E190-E2 Maschine des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer.  
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New YorkDer US-Flugzeugbauer Boeing wird den brasilianischen Rivalen Embraer doch nicht übernehmen. Der Kauf von vier Fünfteln des Verkehrsflugzeugsgeschäfts von Embraer für 4,2 Milliarden Dollar sei gescheitert, teilte Boeing am Samstag mit. Laut dem US-Unternehmen habe Embraer „die notwendigen Konditionen nicht erfüllt“. Boeing habe daher von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht.

Die beiden Unternehmen wollten ein Joint Venture schließen. Boeing hätte einen Anteil von 80 Prozent an der Sparte übernommen hätte. Die restlichen 20 Prozent wären unter der Kontrolle von Embraer geblieben. Der vorläufige Vertrag vom Juli 2018 hätte spätestens am Freitag endgültig besiegelt werden sollen.

Boeing habe „mehr als zwei Jahre gewissenhaft gearbeitet, um seine Transaktion mit Embraer zum Abschluss zu bringen“, sagte Boeing-Chef Marc Allen, der für die Fusionspläne verantwortlich war. In den vergangenen Monaten seien intensive Gespräche über aus seiner Sicht unbefriedigende Bedingungen aus dem ersten Abkommen geführt worden. Es sei jedoch nicht gelungen, die Fragen bis zum vorgesehenen Termin zu klären. Allen nannte dies „zutiefst enttäuschend“.

Embraer kündigte an, Schadenersatz zu fordern. Boeing wolle wegen hausgemachter Probleme aus der Kaufvereinbarung herauskommen und nutze angebliche Unstimmigkeiten als Vorwand, teilte Embraer auf die Erklärung Boeings hin mit. Die Firma sprach von einer unrechtmäßigen Beendigung der Kaufvereinbarung.

Die Wettbewerbsbehörden hatten den Deal nach und nach durchgewunken, mit Ausnahme der Europäischen Kommission, die ihn zuletzt noch geprüft hatte. Durch den Kauf hätte Boeing sich Embraers Palette an kleineren Flugzeugen einverleibt. Das hätte die US-Amerikaner im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus gestärkt.