Ölförderung vor der Küste Brasiliens.
Foto: Mauro Pimentel/AFP

BrasilienBrasilien hat laut Umweltschützern die bislang größte Versteigerung von Erdölexplorationsflächen durchgeführt. Die Ölregulierungsbehörde ANP des Landes schätzt, dass in den Offshore-Gebieten bis zu 15 Milliarden Barrel Öl liegen könnten.

Umweltschützer sind entsetzt. Die Menge, gefördert und verbrannt, entspräche etwa dem 1,5-fachen der jährlichen Emissionen in den USA, dem zweitgrößten Treibhausgasemittenten der Welt, schätzt die Umwelt-Nichtregierungsorganisation 350.org. „Es ist unmoralisch, diese Menge Öl zu erschließen und zum Verbrennen zur Verfügung zu stellen“, sagte Nicole Figueiredo Oliveira, Geschäftsführerin für Lateinamerika bei 350.org. „Die Regierung ignoriert uns, indem sie Gewinne erwirtschaften will, ohne an die Auswirkungen zu denken.“

Die umstrittene Auktion soll mehr als 26 Milliarden Dollar in Brasiliens Kassen spülen

Nach Angaben der brasilianischen Behörden bringt die Auktion rund 106,5 Milliarden Reais (26,67 Milliarden US-Dollar). ANP lehnte es ab, sich zu den Klimaauswirkungen der Ölauktion zu äußern, berichtet die britische Nachrichtenagentur Reuters.

Nahezu alle Länder der Welt hatten sich im Pariser Übereinkommen von 2015 auf das Ziel geeinigt, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Welt ihre jährlichen Emissionen bis 2030 halbieren, sagte Kelly Levin, vom World Resources Institute, einer gemeinnützigen Forschungsorganisation. Die brasilianische Ölmenge gefährde das Pariser Ziel. „Alle großen Projekte, die zu erhöhten Emissionen führen, gehen in die entgegengesetzte Richtung, in die wir gehen müssen“, sagte Levin. Aber die brasilianische Regierung will ihre Ölförderung beschleunigen, anstatt sie zu verlangsamen.

Auf einer Ölkonferenz im vergangenen Jahr hatte  ANP-Generaldirektor Decio Oddone gesagt, dass „Öl auf dem Weg sei, überflüssig“ zu werden. Daher müsse sich Brasilien schnell entscheiden, ob und wie es seine Ölreserven nutzen will. Roberto Castello Branco, der Vorstandsvorsitzende der staatlichen Petroleo Brasileiro SA, sagte, das Unternehmen müsse kurzfristig seine Ölressourcen nutzen, da diese nur für eine begrenzte Zeit wirtschaftlich attraktiv bleiben würden.