Die schwedische Landesorganisation von Greenpeace hat Interesse an einem Kauf der Braunkohle-Tagebaue des Staatskonzerns Vattenfall in Brandenburg und Sachsen. Der Ableger der Umweltschutz-Organisation in Schweden appellierte an die Regierung in Stockholm, ihm die Tagebaue in Deutschland zu verkaufen. Damit wolle Greenpeace sicherstellen, dass die dort noch lagernden großen Mengen von Braunkohle in der Erde bleiben, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

„Wir werden eine ernsthafte Diskussion mit Vattenfall über den Kauf führen“, erklärte Greenpeace-Managerin Annika Jacobson. Die schwedische Regierung dürfe es nicht hinnehmen, wenn ein Käufer weiter große Kohlemengen verbrenne. „Das ist ein Signal, das Schweden vor der Pariser Klimakonferenz nicht geben kann.“

Interessenten aus Tschechien

Bereits im vergangenen Jahr hatte Vattenfall angekündigt, das Braunkohle-Geschäft verkaufen zu wollen. In diesem September forcierte Vattenfall den Verkaufsprozesse und wandte sich mit Anzeigen an potenzielle Investoren: Wer sich vorstellen könne, die Vattenfall-Tagebaue und Braunkohlekraftwerke zu kaufen, möge sich bis zum 6. Oktober die beauftragte Citigroup in London wenden. Neben den fünf Braunkohle-Tagebauen stehen die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe (beide Brandenburg), Boxberg sowie ein Block der Anlage in Lippendorf (beide Sachsen) zum Verkauf. Insgesamt will sich Vattenfall von fast 2,5 Milliarden Euro Umsatz trennen.

Die beiden tschechischen Energieversorger CEZ und EPH haben bereits Interesse bekundet. Im Nachbarland genießt die Braunkohle einen besseren Ruf als hierzulande. Auch Finanzinvestoren sollen interessiert sein. (BLZ/mit dpa)