Goldbarren (Archivbild).
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London/Caracas - Im Streit um Goldreserven im Wert von rund 890 Millionen Euro hat ein britisches Gericht zugunsten des venezolanischen Oppositionsführers und selbst ernannten Interimspräsidenten und von der US-Regierung unterstützten Juan Guaidó entschieden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstag aus dem Londoner High Court.

Das Gold befindet sich in einem Tresor der Bank of England. Es wurde vom Vorstand der venezolanischen Zentralbank im Auftrag des autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro angefordert, um die Folgen der Coronavirus-Pandemie zu lindern. Die Bank of England verweigerte aber die Herausgabe, weil die Goldreserven auch von der Gegenregierung unter der Führung Guaidós beansprucht werden.

Der High Court stellte nun fest, dass "die britische Regierung eindeutig Guaidó als Staatschef Venezuelas anerkennt". Daraus folge notwendigerweise, dass Maduro nicht mehr als Präsident Venzuelas betrachtet werde, so der zuständige Richter. Die Anwälte der Maduro-Seite kündigten umgehend an, in Berufung zu gehen.

Nach dem Urteil hat die Generalstaatsanwaltschaft Venezuelas Haftbefehle gegen elf Oppositionelle erlassen. Die Mitglieder der Gegenregierung des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó seien an einer Verschwörung beteiligt, um Präsident Nicolás Maduro den Zugriff auf das Staatsvermögen zu entziehen, sagte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab am Freitag. Unter den nun zur Festnahme ausgeschriebenen Regierungsgegnern sind Mitglieder der von Guaidó ernannten Führungsriege der Zentralbank, der Außenminister der Gegenregierung, Julio Borges, und Guaidós Botschafter in Washington, Carlos Vecchio.

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