Berlin - Lärm stört den Schlaf, erzeugt Stress, schadet der Gesundheit. Kurz gesagt: Lärm macht krank. Doch nach Ansicht der Grünen-Bundestagsfraktion gibt der Bund zu wenig Geld aus, um die Belastung der Bürger zu verringern. Die Parlamentarier kritisieren auch, dass er vor allem die Anwohner von Bahnstrecken im Stich lässt. „Der Lärmschutz in Deutschland kommt seit Jahren spürbar zu kurz. Jeden Tag und auch jede Nacht sind tausende Menschen von Straßen- und Schienenlärm betroffen,“ sagte der Abgeordnete Sven-Christian Kindler der Berliner Zeitung. Der Bund müsse Geld, das bereitgestellt worden ist, auch ausgeben und die Investitionen insgesamt erhöhen. „Dass  für den Lärmschutz an der Schiene systematisch weniger investiert wird als an der Straße, muss sich ebenfalls dringend ändern“, so eine weitere Forderung.

Der Betriebswirt aus Niedersachsen hatte zusammen mit Matthias Gastel, Stefan Gelbhaar und anderen Grünen-Abgeordneten gefragt, wie viel Geld der Bund in den vergangenen Jahren für den Lärmschutz an Verkehrswegen ausgegeben hat. Aus der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann (CDU) geht hervor, dass sich die Investitionen an den Schienenwegen des Bundes von 2009 bis 2019 auf rund 1,049 Milliarden Euro summiert haben. Das sind durchschnittlich etwas mehr als 95 Millionen Euro pro Jahr. In den Lärmschutz an Bundesfernstraßen wurden in diesem Zeitraum rund 1,759 Milliarden Euro investiert, so Ferlemann weiter. Das entspricht einem Jahresdurchschnitt von knapp 160 Millionen Euro. Die Beträge umfassen sowohl den aktiven Lärmschutz (zum Beispiele Lärmschutzwände) wie auch den passiven Lärmschutz – dazu gehören zum Beispiel spezielle Fenster und schallgedämmte Lüfter.

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