Berlin - Darf die Kirche einen bei ihr angestellten Arzt feuern, weil er zum zweiten Mal geheiratet hat? Nein, bei dieser Frage geht es nicht etwa um das Mittelalter. Am Donnerstag musste sich das Bundesarbeitsgericht (BAG) zum wiederholten Mal mit diesem Problem beschäftigen. Es entschied den Fall zwar nicht, machte aber deutlich, dass womöglich ein Verstoß gegen das Gebot der Gleichbehandlung vorliegt. Zur abschließenden Beantwortung dieser Frage verwies er den Fall an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.

Der Fall beschäftigt die deutsche Justiz schon seit zehn Jahren. Anlass war die Kündigung eines Chefarztes einer katholischen Klinik in Nordrhein-Westfalen. Dessen Ehefrau hatte sich scheiden lassen. Zwei Jahre lebte der Mediziner dann mit seiner neuen Partnerin zusammen, ehe er sie 2008 standesamtlich heiratete. Als die Klinik davon später erfuhr, entließ sie den Arzt.

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