Burmester Audiosysteme: Chefsessel: Dieter Burmester

Für Audio-Gourmets:

Die Firma ist unweit des Gasometers tief in einem Schöneberger Gewerbegebiet zwischen Autohaus und asiatischem Großhandel versteckt. Hier entsteht das Feinste, was der Audio-Gourmet derzeit seinen Gehörgängen bieten kann. Die Hifi-Anlagen von Burmester gehören zu den besten der Welt und sind mit weit über hundert internationalen Preisen dekoriert worden. Dafür gehören sie auch zu den teuersten. Jedenfalls könnte man das Preisschild eines CD-Players ohne Korrekturen auch an einen fabrikneuen VW Golf hängen.

Keine Kredite:

Angefangen hatte es, als Dieter Burmester selbst einen Verstärker baute, weil der gekaufte den Geist aufgegeben hatte. Das neue Gerät war um Klassen besser und überzeugte auch Freunde und Bekannte. Als der junge Ingenieur daraus ein Geschäft machen wollte und bei einer Bank wegen eines Kredits vorsprach, ließ man ihn abblitzen. Das Geschäftsmodell könne nicht funktionieren, hieß es. Seitdem hat Burmester nie wieder um einen Kredit gebeten.

Exportstark:

Heute hat das Unternehmen 50 Angestellte. Laut Ernst & Young ist es nach Montblanc das bedeutsamste Luxuslabel Deutschlands. Burmester liefert Handarbeit „Made in Germany“ aus Berlin. 85 Prozent der Geräte gehen ins Ausland. China ist der größte Markt. Die Zuwachsraten sind beeindruckend. 2012 stieg der Umsatz um 30 Prozent, in diesem Jahr wird ein 15-prozentiges Plus erwartet. Genaue Zahlen? Burmester will sie nicht nennen. Ein hoher einstelliger Millionenbetrag dürfte es sein.

Mobile Unterhaltung:

Seit 2006 beliefert Burmester auch die Luxussparte der Autobranche. Seinerzeit entwickelte die Firma exklusiv die Audiotechnik für Bugatti. Porsche-Aufträge folgten. Mit der gerade erschienenen neuen S-Klasse ist Burmester nun auch Lieferant für Mercedes.

(Jochen Knoblach)