Ralf Bose, der Leiter der Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS, hat privat mit Wirecard-Aktien gehandelt – und zwar zu einem Zeitpunkt, da das Unternehmen nur noch wenige Wochen vom Zusammenbruch entfernt war. Bose kaufte am 28.4.2020 Wirecard Aktien und hat diese am 20.5.2020 wieder verkauft, wie er am Donnerstag vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagte. Ans Licht kam die Transaktion zufällig, nachdem die SPD-Abgeordnete Cansel Kiziltepe Bose fragte: „Haben Sie Wirecard-Aktien?“ Boses Antwort: „Ich habe jetzt keine mehr, seit Mitte Mai.“ Kiziltepe: „Sie haben die Aktien also zum KPMG Bericht verkauft?“ Bose: „Nein, ich habe sie zum KPMG Bericht gekauft.“ Kiziltepe: „War ein Verlustgeschäft?“ Bose: „Ja.“ Kiziltepe: „Wie viel?“ Bose: „Muss ich das sagen?“ Boses Anwalt darauf: „Nein.“

Am 20. 5.2020 fand ein Gespräch zwischen APAS-Leitung und dem Referat Bilanzkontrolle der BaFin statt, in der fachliche Einschätzungen zum KPMG-Bericht ausgetauscht wurden. Bose sagte aus, er habe die Aktien vor diesem Gespräch verkauft.

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