China hat die Einfuhrbeschränkungen für russischen Weizen gelockert. Der Schritt könnte laut CNN die Sorgen hinsichtlich der Ernährungssicherheit in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt reduzieren. Die Entscheidung könnte auch die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland lindern.

Die Entscheidung, Weizenimporte aus allen Regionen Russlands zuzulassen, wurde während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking Anfang dieses Monats getroffen. Die Einzelheiten wurden allerdings erst vergangene Woche von der chinesischen Zollverwaltung bekannt gegeben. Zuvor hatte China Weizenimporte aus Russland aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Vorhandenseins einer Pilz-Krankheit, die zu schweren Ertragseinbußen bei Weizen und anderen Feldfrüchten führen kann, in einigen Teilen des Landes eingeschränkt. Russland ist der weltgrößte Weizenproduzent.

Das Abkommen ist das jüngste in einer Reihe von Abkommen zwischen Russland und China. Es hilft Peking, die Lebensmittelversorgung in einer Zeit zu sichern, in der die globalen Lebensmittelpreise bereits fast Zehn-Jahres-Höchststände erreicht haben. Russland die Ukraine erbringen etwa ein Drittel des weltweiten Angebots.

Die Ernährungssicherheit hat für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping oberste Priorität, der eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und eine Diversifizierung der Importe gefordert hat.

Das Abkommen bietet Russland einen sicheren Käufer in einer Zeit, in der Exporte in andere Länder durch Finanzsanktionen oder andere Störungen erschwert werden könnten.

„Die Unsicherheit über mögliche Sanktionen beginnt, einen potenziellen Angebotsschock zu erzeugen“, schrieben Analysten von Goldman Sachs am Donnerstag in einer Marktanalyse. Und weiter: „Unserer Ansicht nach bleibt das Rohstoffpreisrisiko bis zur Auflösung der Unsicherheit in Bezug auf die schnell eskalierende Situation hoch, wobei ein weiterer Anstieg die europäischen Erdgas-, Weizen-, Mais- und Ölpreise wahrscheinlich von bereits erhöhten Niveaus erwartet wird.“

Goldman geht davon aus, dass russische Rohstoffe „nach China umgeleitet“ werden, wenn die Nachfrage aus dem Rest der Welt aufgrund der Sanktionen eingeschränkt wird.