Die Commerzbank Zentrale in Frankfurt.
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Frankfurt/MainDie Commerzbank weist für das erste Quartal einen überraschend hohen Verlust von 295 Millionen Euro aus, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Grund seien eine wegen der Corona-Pandemie höhere Risikovorsorge und „temporäre“ Bewertungseffekte, teilte die Commerzbank am Mittwoch mit. Die Corona-Belastungen summieren sich demnach auf insgesamt 479 Millionen Euro. Ohne diese Belastungen hätte die Commerzbank einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 202 Millionen Euro erzielt, betonte die Bank. Im ersten Quartal 2019 hatte ein Plus von 122 Millionen Euro unter dem Strich gestanden.

Im Kundengeschäft verzeichnete die Bank den Angaben zufolge aber weiter eine „gute Entwicklung“; pro Woche seien im Schnitt rund 10.000 neue Kunden dazugekommen. Mit Firmen- und Unternehmerkunden habe die Bank seit Beginn der Corona-bedingten Beschränkungen „weit mehr“ als 20.000 Beratungsgespräche zu Corona-Finanzierungen geführt.

Einen konkreten Ausblick auf das Gesamtjahr wollte die Commerzbank angesichts der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie nicht geben. Sie erwarte aber, dass sie ihre Erträge weitgehend stabil halten könne, wenn es nicht zu einem zweiten Lockdown kommt.

Die Commerzbank hatte am Montag mitgeteilt, sie verzichte wegen der Corona-Krise auf den Verkauf der polnischen Tochter mBank. Das Geld sollte eigentlich den Umbau des Geldinstituts finanzieren. Die Bank will Stellen abbauen und digitaler werden.

Bereits Ende März hatte die Bank angekündigt, sie werde für 2019 keine Dividende zahlen. Sie folgt damit einer Aufforderung der Europäischen Zentralbank. Die Institute sollen demnach ihr Kapital nutzen, um krisenfester zu werden und ihrer Aufgabe der Kreditvergabe nachkommen.