Düstere Stimmung:  Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr noch stärker ausfallen als angenommen. 
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Frankfurt/MainFachleute rechnen wegen der Corona-Krise mit einem noch tieferen Absturz der Wirtschaftsleistung im Euroraum. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte, erwarten von ihr befragte Experten für dieses Jahr eine wirtschaftliche Schrumpfung im Währungsraum um durchschnittlich 8,3 Prozent. In der vorherigen Befragung drei Monate zuvor war nur ein Rückgang um 5,5 Prozent erwartet worden.

Für kommendes Jahr wird dafür eine etwas stärkere Erholung erwartet. Statt eines Zuwachses der Wirtschaftsleistung von 4,3 Prozent wird jetzt mit einem Anstieg um 5,7 Prozent gerechnet. Die Steigerung würde damit nicht ausreichen, um den Einbruch des Jahres 2020 auszugleichen. Die Wachstumserwartungen für 2022 stiegen von 1,7 auf 2,4 Prozent.

Die Inflation dürfte über den gesamten Prognosezeitraum unter dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent liegen. Die Arbeitslosigkeit soll demnach erst im Jahr 2022 sinken.

Die EZB befragt alle drei Monate zahlreiche Wirtschaftsexperten innerhalb und außerhalb der Finanzbranche nach ihren konjunkturellen Einschätzungen. Die aktuelle Umfrage wurde vom 30. Juni bis zum 6. Juli durchgeführt.