Durch die Corona-Krise müssen sämtliche Veranstaltungen in der Hauptstadt abgesagt werden. Viele Jobs sind so bedroht. 
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BerlinFinanzminister Olaf Scholz spricht von „außergewöhnlichen Zeiten“. Da hat er recht. Und in solchen Zeiten braucht es entsprechende Entscheidungen von den dazu gewählten und bestimmten Leuten. Damit tun sich in der Coronakrise viele Politiker schwer – frag nach beim Berliner Senat, der seit Tagen immer genau ein bisschen zu wenig sagt und macht und deswegen nun mächtig unter Druck ist.

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Das ist auch Olaf Scholz, weil er – und mit ihm die gesamte Bundesregierung – nämlich viel zu lange abgewartet hat, ehe er zum Beispiel die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes auf den Weg gebracht hat. Am Freitag nun haben Bundestag und Bundesrat das im Schnellverfahren beschlossen, das das möglich hat. Es soll gezahlt werden können, wenn nur zehn Prozent der Belegschaft davon betroffen sind statt wie bisher ein Drittel.

Sinkende Nachfrage schwächt Dienstleistungssektor 

Und das war dringend notwendig. Denn längst leiden weite Teile der Wirtschaft unter dem erst sanften und jetzt immer strikter werdenden Shutdown des gesamten Landes. In allen Branchen, die auch nur irgendwas mit Veranstaltungen zu tun haben, gibt es bald nichts mehr zu tun. Die ersten Firmen stellen ihre komplette Belegschaft frei, weil es einfach keine Aufträge mehr gibt. Wovon sollen da die Mitarbeiter bezahlt werden? Richtig, zum Beispiel durch großzügigere Zahlung von Kurzarbeitergeld durch den Staat.

Besonders wichtig ist diese Maßnahme für Berlin. Die Stadt ist historisch bedingt eine Dienstleistungsmetropole wie nur wenige im gesamten Land. Wenn aber immer weniger Dienstleistungen nachgefragt – und bezahlt – werden, geht die Stadt in die Knie. Um das auch nur ein wenig abzufedern, braucht die Hauptstadt Hilfe vom Bund.