Einen positiven Nebeneffekt hat die Corona-Krise gebracht: Extrem rechte Parteien verlieren massiv an Zustimmung. Das haben in Wien gleich zwei Parteien zur Kenntnis nehmen müssen: Die FPÖ verzeichnete einen Absturz von historischem Ausmaß. Die Partei verlor 23,7 Prozentpunkte und dümpelt nun bei 7,1 Prozent wieder als Splitterpartei. Der zuvor von der Partei ausgeschlossene frühere Obmann Heinz-Christian Strache scheiterte gar am Einzug in das Wiener Stadtparlament. Die Erklärung von Strache für die faktische Zerstörung des extrem rechten Lagers kam erst mit einigen Tagen Verspätung und ist falsch: Strache meinte, in Zeiten einer so schweren Krise wie einer Pandemie hätte es die Regierung immer leichter. Die Menschen würden sich hinter den politisch Verantwortlichen versammeln, aus Angst. Wahr ist vielmehr, dass in der Zeit einer Krise die spaltenden und ausländerfeindlichen Töne der Rechtsextremen entlarvt werden: Die Menschen merken, dass vor dem Virus alle gleich sind.

Doch nicht die Zufriedenheit mit der Regierung hat die Wähler im Hinblick auf Corona von den Rechten fortgetrieben. In der Krise wurde – wie überall in Europa – sichtbar, dass extreme Parteien für extreme Situationen nichts taugen. Sie boten keine Alternativen. Sie hatten keine Konzepte. Sie zeigten keine Expertise, die jene der Regierung hätte herausfordern können. Niemand hat die Rechten daran gehindert, besser zu argumentieren als die Regierungen: im Gegenteil: Sie wären gehört worden, zumal in Österreich, wo die FPÖ es ja schon bis in die Regierung geschafft hatte. Doch anstatt zu arbeiten, lauerten die Rechten lediglich darauf, irgendwann irgendwem nach dem Mund reden zu können. Nun will sie keiner mehr hören. Nicht einmal der Stammtisch.