Coworking in Berlin: US-Kette will in Berlin Gemeinschaftsbüros eröffnen

Die Reise hat sich offenbar gelohnt. Vier Tage war Berlins Wirtschaftssenatorin gemeinsam mit Vertretern des Bundesverbandes Deutsche Start-ups in New York unterwegs. 40 Termine sollen auf dem Reiseplan gestanden haben. Da darf man nach der Rückkehr auch mal große Worte bemühen: „Durch das Start-up-Mekka Berlin weht bald New Yorker Wind“, so Cornelia Yzer.

Tatsächlich brachte sie konkrete Ansiedlungsentscheidungen amerikanischer Unternehmen mit nach Hause. Darüber hinaus konnte die Senatorin offenbar auch den einen oder anderen Investoren für Berlin interessieren, und es wird ein Austauschprogramm für Start-ups zwischen New York und Berlin geben.

Das wichtigste Ergebnis sind indes die Pläne der New Yorker Coworking-Space-Kette Wework. Im Frühjahr nächsten Jahres will das inzwischen mit rund zehn Milliarden Dollar bewertete Unternehmen in Berlin gleich drei Standorte hochziehen, so auch am Potsdamer Platz und am Bahnhof Zoo. Bis zu 2500 Gründerinnen und Gründer sollen dort einen Arbeitsplatz finden.

Zurzeit ist Wework weltweit in zehn Städten vertreten und zählt Zehntausende zahlende Mitglieder. „Wework mit seiner Infrastruktur als zusätzlichen Anker der internationalen Start-up-Szene für Berlin gewonnen zu haben, ist eine tolle Bestätigung. Damit wird Berlin international noch sichtbarer“, sagte Cornelia Yzer nach ihren Gesprächen mit den Amerikanern.

Auch eine intensivierte Zusammenarbeit mit dem boomenden Start-up-Stadtteil Brooklyn hat die Senatorin mit im Gepäck. Anvisiert wird ein Austauschprogramm, ähnlich dem, das Yzer mit Tel Aviv einläutete. Damit hätten Berliner Unternehmen nicht nur eine Brücke übers Mittelmeer, sondern auch über den Atlantik.

Mehrere Investorengespräche standen ebenfalls während der Wirtschaftsreise auf der Agenda, darunter ein Treffen mit Karl-Theodor zu Guttenberg. Der ehemalige Bundesminister ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Beratungs- und Investmentfirma Spitzberg Partners, die aus Downtown Manhattan agiert. Auch Edward Shenderovich von Kite Ventures ist von dem Potenzial Berliner Gründer und Gründerinnen überzeugt: „Als Investor, der sich seit Langem konstant in Berlin engagiert, kann ich bestätigen: Das Geschäft in Berlin boomt“, so der erfolgreiche Wagniskapitalgeber.

Als Beispiel für erfolgreich expandierende Start-ups steht GoButler, das Senatorin Yzer in Manhattan besuchte. In Prenzlauer Berg entwickelt, baut GoButler jetzt seinen New Yorker Standort aus. Inzwischen arbeiten insgesamt 120 Mitarbeiter für das junge Unternehmen, das bereits in 13 Ländern vertreten ist. Via SMS lassen sich persönliche Assistenten von GoButlers für die Organisation des täglichen Lebens von der Reiseplanung bis zum Blumenstraußkauf buchen. (BLZ)