Berlin - Die Zinsen sind weiter am Boden. Dennoch häufen die Deutschen immer größere Geldvermögen an. Im vergangenen Jahr wuchs ihr Erspartes um 230 Milliarden Euro, so eine vorläufige Berechnung der DZ Bank. Wo kommen die Zuwächse her? Und wem gehört der Reichtum?

Wie groß ist das deutsche Geldvermögen?

Die privaten Haushalte in Deutschland nannten Ende vergangenen Jahres etwa 5730 Milliarden Euro ihr Eigen. Das waren vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Woher kam der Zuwachs?

Die Geldvermögen legten 2016 um rund 230 Milliarden Euro zu. Mit Spargeldern war angesichts extrem niedriger Zinsen kaum etwas zu verdienen. Dass es dennoch aufwärts ging, lag zum einen an den Aktien: Das Börsenbarometer Deutscher Aktienindex stieg im vergangenen Jahr um fast sieben Prozent, das machte die Deutschen laut DZ Bank um 44 Milliarden Euro reicher. Zudem konnten viele Haushalte dank Lohn- und Rentensteigerungen wieder mehr auf die hohe Kante legen.

Wie teilt sich das Vermögen auf?

Der größte Teil des Geldvermögens besteht aus Bargeld und Einlagen bei Banken. Sie summieren sich auf 2243 Milliarden Euro, das sind fast 40 Prozent des gesamten Geldvermögens. Dahinter folgen mit 1771 Milliarden Euro Versicherungen, dies entspricht 31 Prozent des Vermögens. In Investmentfonds haben die Deutschen 576 Milliarden Euro (zehn Prozent) gesteckt, in Aktien fast 390 Milliarden (knapp sieben Prozent). 

Wachsen die Vermögen weiter?

Trotz der niedrigen Zinsen und einer anziehenden Inflationsrate werden die privaten Haushalte in einem Jahr reicher sein als derzeit – zumindest im Durchschnitt. Nach Schätzungen der DZ Bank werden die Geldvermögen Ende 2017 um 3,8 Prozent auf dann knapp 6000 Milliarden Euro gestiegen sein.

Wem gehören die Vermögen?

Laut einer Untersuchung der Bundesbank hatte der durchschnittliche deutsche Haushalt im Jahr 2014 ein Gesamtvermögen – Geldvermögen plus Sachvermögen – von 240.000 Euro. Minus Schulden waren das immer noch 214.500 Euro. Doch der Durchschnittswert trügt. Die Vermögen sind sehr ungleich verteilt. Den reichsten zehn Prozent der Haushalte gehören fast 60 Prozent des gesamten Kuchens, der unteren Hälfte der Haushalte nur 2,5 Prozent. Die ärmsten 30 Prozent haben kein Vermögen oder nur Schulden. Aussagekräftiger als der Durchschnittswert von 214.500 Euro ist daher der Medianwert, der die Bevölkerung in zwei Hälften teilt. Der Median beim Vermögen betrug etwa 60.000 Euro pro Haushalt.