An starken Worten mangelte es nicht. Von Wachstumskurs war die Rede, von nachhaltigem Gewinn, gar einer Aufwärtsspirale. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing ließ es sich am Donnerstag nicht nehmen, den Umbau seines Geldhauses als eine einzige Erfolgsgeschichte zu verkaufen. Was abseits der Superlative zweifelsohne stimmt: Die Deutsche Bank blickt auf ein sehr gutes Jahr. Der Frankfurter Dax-Konzern hat einen Vorsteuergewinn von 3,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Nach zuvor fünf Verlustjahren war es der zweite Gewinn in Folge.

Deutsche Bank: Das Investmentbanking spielt noch eine zu große Rolle

Der Radikalumbau, den CEO Sewing dem Haus 2019 verordnet hat, scheint sich also auszuzahlen. Die Bank hatte angekündigt, den Fokus wieder stärker aufs Privatkundengeschäft auszurichten. Dafür gibt es gute Gründe. Schließlich waren es die Investmentbanker, die vor allem für die Risiken der Vergangenheit verantwortlich waren. Nur: Sie spielen noch immer eine starke Rolle im Konzern. Es liegt im ureigenen Interesse der Deutschen Bank, ihre Dominanz zu reduzieren und andere, starke Geschäftsfelder aufzubauen.

Dass die Bank fürs letzte Jahr einen Milliardengewinn vermelden konnte, liegt auch daran, dass sie so gut durch die Corona-Krise kam. Nur: Allein aus eigener Anstrengung wäre das nicht möglich gewesen. Es war der deutsche Staat, der milliardenschwere Rettungsprogramme aufgelegt hat. Und der damit die Bilanz der Deutschen Bank entlastet hat. Das weiß auch Konzernchef Sewing.

Analysten glauben nicht, dass die Bank ihr Renditeziel erreicht

Die Umbauarbeiten im Konzern soll das nicht schmälern. Es sollte nur vor zu viel Hochmut in Frankfurt schützen. Dass der Weg für die Deutsche Bank noch weit ist, zeigt sich schon daran, dass Analysten es zuletzt für nahezu ausgeschlossen hielten, dass die Bank ihr Renditeziel von acht Prozent in diesem Jahr noch erreicht. Zuletzt kam sie auf 3,8 Prozent. Für die Börse ist das zu wenig.