Design-Ikone und Erfinder von „Moka“: Erfinder der berühmten Espresso-Kanne Renato Bialetti ist tot

Köln/Ascona - Es  gibt kaum ein anderes italienisches Produkt, das sich in der Nachkriegszeit weltweit so gut verkauft hat wie „La Moka“, der  Espresso-Zubereiter  mit dem achteckigen Sockel. 1933 war das  aus Aluminium gefertigte Haushaltsgerät, mit dem  auf dem heimischen Herd  heißes Wasser durch das Espressopulver gepresst wird, von Alfonso Bialetti erfunden worden. Aber erst sein Sohn Renato, ein begnadeter Marketingspezialist, machte aus der Alukanne  einen Bestseller. Er ist jetzt  im schweizerischen Ascona im Alter von 93 Jahren gestorben.

Renato Bialetti hatte in der frühen Nachkriegszeit nicht nur die Caffettiera   seines Vaters zum Patent angemeldet.  Er trat auch selbst als  Werbefigur für die Kanne auf. Deren eingraviertes Markenzeichen ist seit den 50er Jahren ein  Mann mit Schnurrbart – wie ihn Renato Bialetti   selbst trug.

Karriere einer Kanne

1980 verließ der erfolgreiche Sohn des Firmengründers das Unternehmen. 30 Jahre später wurde die Bialetti-Fabrik in Omegna (Piemont) geschlossen, Hergestellt werden die Geräte heute in Osteuropa.

Die  viel kopierte Espresso-Kanne, deren klassisches  Design seit mehr als 80 Jahren so gut wie unverändert blieb, steht längst im Museum of Modern Art in New York. Und sie hat Film- und Fernsehkarriere gemacht. Wenn Michele Placido in „Allein gegen die Mafia“ als Commissario  Cattani das organisierte Verbrechen jagte, gönnte er sich in den raren Pausen gern einen selbst gebrühten Espresso aus  dem Kaffeemaschinchen der Bialettis.

Renato Bialetti sei eine „Ikone des Made in Italy“ gewesen, rühmt die Turiner  Tageszeitung „La Stampa“ die Lebensleistung des Mannes mit dem Schnurrbart.