Deutsche Bank-Chef Sewing ist knapp bei Kasse

Düsseldorf - Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, war zu Gast im Rheinland. Auf die Frage, wie viel Bargeld er gerade dabeihabe, sagte der Bank-Boss: „Ich hab mir vorhin sogar was von meinem Fahrer geliehen, weil ich dachte, ich hätte nichts dabei“, sagte Sewing vor geladenen Gästen beim Ständehaustreff der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

Er gab weitere private Einblicke. So mache seine Familie Bankgeschäfte „zu 95 Prozent online mobil“ – also via Handy. Zu Hause spreche er mit seinen Kindern nicht über Geld, sagte der vierfache Vater. Sie hätten ohnehin kein Guthaben, bei dem sie sich über niedrige Zinsen ärgern könnten.

Im Gegenteil. „Wenn mein studierender Sohn am Wochenende zu Hause ist, fahren wir gemeinsam zur Tankstelle, damit ich den Tank wieder vollmache.

Kritik an EZB

Sewing wiederholte seine Kritik an der Zinspolitik. „Die EZB-Politik spaltet die Gesellschaft. Nicht einmal die Hälfte der Deutschen hat Zugang zu billigem Geld für Immobilien“, sagte Sewing. Bei aller Charme-Offensive, Sewing ist auch ein harter Sanierer. 18.000 Arbeitsplätze sollen bis 2022 wegfallen, weltweit, und sowohl beim Investmentbanking als auch im Rest der Bank, etwa der Postbank.