Die Deutsche Bank will 2020 Fokus auf Wachstum verschieben.
Foto: dpa/Boris Roessler

Frankfurt/MainDie Deutsche Bank ist 2019 wegen des Konzernumbaus noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet. Unter dem Strich stand im vergangenen Jahr ein Minus von rund 5,7 Milliarden Euro nach einem Verlust von 52 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie die im Dax notierte Bank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Verlust von rund fünf Milliarden Euro gerechnet. 

Die Erträge gingen im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 23,2 Milliarden Euro zurück, während die Kosten vor allem wegen der Milliardenaufwendungen im Zusammenhang mit dem Konzernumbau um sieben Prozent auf etwas mehr als 25 Milliarden Euro kletterten.

Bereinigt um die Sondereffekte lagen die Kosten bei 21,5 Milliarden Euro und damit so hoch wie von Konzernchef Christian Sewing angepeilt. Hier überraschte das Institut die Analysten positiv, die im Schnitt mit etwas höheren bereinigten Aufwendungen gerechnet hatten.

2020 Fokus auf Wachstum

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gibt sich trotz eines weiteren Verlustjahrs kämpferisch und blickt optimistisch nach vorne. Der Radikalumbau verlaufe in manchen Bereichen sogar besser als geplant. „Wir kommen schneller voran als erwartet“, schrieb er in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Mitarbeiter.

Trotz der hohen Aufwendungen für den Umbau sei es der Bank gelungen, die Kapitalposition zu festigen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass der Abbau von Altlasten und Risiken schneller vorangehe als gedacht. „Aufgrund des starken Kapitalpolsters von 13,6 Prozent sind wir sehr zuversichtlich, den Umbau mit unseren Mitteln stemmen und nun wieder wachsen zu können“, erklärte Sewing.

Nachdem zuletzt vor allem der Start des Umbaus die Bank beschäftigte, verschiebe sich der Fokus jetzt in Richtung Wachstum. „Wir wollen unsere Marktposition nicht mehr nur verteidigen. Wir wollen sie wieder ausbauen.“

Gleichzeitig müssten aber die Kosten weiter runter und die Risiken in der Bilanz weiter sinken. „Bis die Transformation abgeschlossen ist, wird noch einiges an Arbeit nötig sein. Aber wenn wir weiter so konsequent, diszipliniert und engagiert voranschreiten wie in den vergangenen sechs Monaten, dann blicke ich sehr zuversichtlich auf 2020 - und darüber hinaus“, heißt es in dem Brief.