Szene auf dem Roten Platz. 
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MoskauDie Mehrheit deutscher Unternehmen in Russland hat wegen der Corona-Krise einer Umfrage zufolge bereits hohe Verluste erlitten. «Hochgerechnet auf die über 4200 in Russland tätigen deutschen Unternehmen sind bereits jetzt Verluste im hohen dreistelligen Euro-Millionenbereich zu verzeichnen», sagte der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, einer Mitteilung zufolge am Donnerstag. In einigen Unternehmen gebe es bereits einen vollständigen Produktionsstopp, 48 Prozent der befragten Unternehmen müssten ihren Betrieb zumindest teilweise einstellen.

In Russland gelten wegen stark steigender Infektionszahlen strenge Ausgangsbeschränkungen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat zudem den gesamten April für arbeitsfrei erklärt. Die Unternehmen müssen den Arbeitnehmern weiterhin den vollen Lohn zahlen. Zuletzt kündigte Putin an, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen in der Krise mehr Hilfe vom Staat zukommen zu lassen.

85 Prozent der von der AHK befragten Unternehmen befürchten, dass die Maßnahmen zur Stützung der russischen Wirtschaft nicht ausreichen werden. Viele hofften auf mehr Subventionen und Kredite oder eine Vereinfachung des Steuerrechts in Bezug auf Abgabefristen von Steuererklärungen und Haftungsregelungen.

Eine klare Mehrheit sehe die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus als angemessen an, hieß es. «Die Regierungen stehen vor der schwierigen Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen nicht schlimmer sind als das Virus selbst», sagte AHK-Chef Schepp. Es gehe darum, eine Wirtschaftskrise mit Pleitewellen und Massenarbeitslosigkeit zu verhindern.