Schlafend und ganz entspannt gen Süden reisen, das Auto huckepack im Autozug, vorbei an kilometerlangen Staus auf den Autobahnen – eigentlich sollte dieses Geschäftsmodell erfolgreich sein. Ist es aber offenbar nicht: Die Deutsche Bahn erwägt sogar, ganz aus dem Geschäft mit den Autozügen auszusteigen, wie die Berliner Zeitung am Montag aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte dazu: „Der Konzernvorstand habe noch keine Entscheidung zu den weiteren Plänen mit dem Autozug getroffen.“

Soll heißen: In der Chefetage wird schon eifrig gerechnet. „Grundsätzlich gilt“, so die Sprecherin weiter, „dass der Verkehr mit Autozügen wirtschaftlich sehr schwer zu gestalten ist, da es bei der Nachfrage extreme saisonale Schwankungen gibt“.

Berlin soll 2014 abgehängt werden

Tatsächlich fährt die Bahn seit Jahren rote Zahlen mit ihren Autozügen ein. Nur in den drei Sommermonaten floriert das Geschäft. Ansonsten steht ein Großteil der Flotte auf dem Abstellgleis. Inzwischen ist sie in die Jahre gekommen, so dass die Wagen nach und nach ihre Betriebsgenehmigungen verlieren, wenn sie nicht mit viel Aufwand modernisiert werden. In Ländern wie Spanien, Großbritannien, Belgien oder Portugal gibt es längst keine Autozüge mehr, weil sie sich ebenfalls nicht gerechnet haben.

Betroffen von den Plänen der Bahn könnte schon bald der einzige Berliner Abfahrtsort am Bahnhof Wannsee sein. Ab Mai 2014 sollen von dort aus keine Autozüge mehr starten, derzeit gibt es zumindest noch eine Verbindung bis nach München. Weitere Linien könnten gekappt werden – während die Staus auf Autobahnen zunehmen.