Berlin - EU-Austritt Großbritanniens, drohende Handelskriege, Spannungen im Nahen Osten  – nichts kann die deutsche Wirtschaft derzeit aufhalten. Insbesondere die Industrie legt laufend überraschend gute Daten vor. Schon jetzt steht fest: Das erste Quartal 2017 war ein gutes für die Konjunktur. Was steckt hinter dem Boom?

Industrie

Die deutsche Industrie wird zum Zugpferd des Aufschwungs. Nachdem die Produktion im Januar um starke 2,2 Prozent gestiegen war, legte sie im Februar abermals 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, meldete am Freitag das Statistische Bundesamt. Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang gerechnet.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass die deutschen Industrieunternehmen im Februar 3,4 Prozent mehr Neuaufträge eingesammelt hatten. „Es ist offensichtlich, dass die Industrie in exzellenter Form ist“, kommentierte Andreas Rees, Deutschland-Ökonom der Bank Unicredit.

Bau

Angetrieben wurde die Industrie zuletzt vor allem vom Bausektor. Seine Produktion schoss im Februar um fast 14  Prozent nach oben. Zuvor hatte es allerdings auf Grund des kalten Winters zwei Minus-Monate gegeben. Ohne die Sektoren Bau und Energie zeigte die deutsche Industrie im Februar aber immer noch ein deutliches Plus von 0,9 Prozent.

Exporte

Offensichtlich erholt sich der globale Warenhandel, trotz aller Warnungen vor Handelskriegen. Davon profitiert vor allem die deutsche Industrie, die die meisten ihrer Produkte außerhalb der Landesgrenzen absetzt. Kalender- und Saisoneffekte herausgerechnet, zogen die gesamten Warenexporte laut Statistischem Bundesamt im Februar um 0,8 Prozent gegenüber Vormonat an.

Bereits der Januar hatte ein Plus von 2,4 Prozent beschert. Besonders die Länder der Euro-Zone kauften mehr deutsche Güter. Der Außenhandelsüberschuss (Exporte minus Importe) erreichte im Februar mit 21 Milliarden Euro den höchsten Stand seit August 2016.

Stimmung

Das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft – der Ifo-Geschäftsklimaindex – klettert immer weiter. Im März stand er auf 112,3 Punkten, dem höchsten Stand seit Juli 2011. Sowohl ihre aktuelle Lage wie auch die Aussichten beurteilten die rund 7000 befragten Unternehmen besser.

Wirtschaftswachstum

Ein anziehender globaler Handel, eine starke Inlandsnachfrage und ein solider Arbeitsmarkt drücken das deutsche Wirtschaftswachstum nach oben.

Unterstützend wirken der schwache Euro und die niedrigen Zinsen. „Es scheint, der goldene Zyklus will einfach nicht enden“, kommentierte Carsten Brzeski von der Bank ING-Diba.