Die deutschen Gewerkschaften haben sich mit einem Aufruf hinter die griechische Regierung gestellt und damit massiv Kritik an der Politik der Bundesregierung geübt. „Mit der neuen griechischen Regierung muss ernsthaft und ohne Erpressungsversuche verhandelt werden, um dem Land eine wirtschaftliche und soziale Perspektive jenseits der gescheiterten Austeritätspolitik zu eröffnen“, fordern die Spitzen des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Verdi, IG Bau, IG Metall, EVG, GEW und NGG. Der Erdrutsch in Griechenland sei eine „Chance nicht nur für dieses krisengeschüttelte Land, sondern auch dafür, die Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU grundsätzlich zu überdenken“.

Bislang zeigt die Bundesregierung Härte gegen das in Athen regierende Linksbündnis Syriza. Es plant, Sozialprogramme aufzulegen, die Löhne zu erhöhen und fordert von der EU einen Schuldenschnitt und eine Abmilderung der drastischen Sparauflagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble lehnten dagegen einen Schuldenerlass ab und bestehen darauf, dass Griechenland seine getroffenen Vereinbarungen einhält. EU und Internationaler Währungsfonds haben in den vergangenen Jahren die Pleite Griechenlands mit Krediten über 230 Milliarden Euro verhindert und sind nun größter Gläubiger Athens.

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