Der neue US-Präsident Joe Biden stützt sich bei seinen Personalentscheidungen auf eine Beratungsfirma aus Washington. Hierbei sind interessante Verflechtungen mit Leuten festzustellen, die künftig in der Regierung tätig sein werden. Es handelt sich um die Firma WestExec Berater, dessen Mitbegründer Antony Blinken der designierte Außenminister ist. Avril Haines, die als künftige Leiterin des Nachrichtendienstes designiert wurde, ist Beraterin in dem Unternehmen. In der Obama-Regierung war Haines eine wichtige Figur in der Entwicklung des Drohnenkriegsprogramms. Jetzt wartet ganz Washington drauf, dass bald die andere Mitbegründerin von WestExec, Michele Flournoy, wie seit Wochen erwartet, zur ersten weiblichen Verteidigungsministerin ernannt wird.

WestExec gehört zu den „strategischen Beratungsfirmen“, die amerikanische Großfirmen mit internationalen Verflechtungen diskret beraten und begleiten. Aber anders als klassische Firmen dieser Art, wie Kissinger Associates oder die Albright Gruppe, die von profilierten Außenministern gegründet worden sind, hat WestExec keine so schillernden Gestalten im Vordergrund. Das im Jahr 2018 gegründete Unternehmen ging anders an den Start: Zum Ende der Obama-Regierung, so der „American Prospect“, standen zwei ehrgeizige, aber eher unbekannte Obama-Mitarbeiter, Sergio Aguirre und Nitin Chadda, noch ganz unter Schock wegen des Trump-Sieges über Hillary Clinton. Plötzlich waren beide ohne Job. Diese Mitarbeiter entwarfen in einer langen Nacht das Konzept für WestExec und traten an Michele Flournoy heran.

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